Pläne der USA zu Jerusalem

Deutsche Juden und Muslime kritisieren Trump

Die für Mittwochabend angekündigte Anerkennung Jerusalems als Israels durch die USA ruft auch in Sorge hervor. „Die jüdische Gemeinschaft weltweit würde es begrüßen, wenn Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannt würde. Ob dies der richtige Zeitpunkt ist, ist diskussionswürdig“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwochabend in Berlin.

Sollte sich US-Präsident Donald Trump tatsächlich für die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem aussprechen, könne dieser international nicht abgestimmte Schritt der US-Regierung zu diesem Zeitpunkt „Konsequenzen auslösen, die niemand haben möchte“, fügte Schuster hinzu. „Gerade angesichts der Instabilität in der Region, beispielsweise in den israelischen Nachbarstaaten Syrien und Libanon, habe ich hierbei Bedenken.“

Der Zentralrat der warnte von „einseitigen Schritten“. Es müsse alles getan werden, damit die Situation nicht erneut eskaliere, betonte der Vorsitzende Aiman Mazyek gegenüber den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (Donnerstag). Es dürfe kein Recht des Stärkeren geben, „sondern nur das Recht auf Frieden für alle im Heiligen Land“.

An diesem Mittwoch (Ortszeit) will Trump bekanntgeben, dass die USA Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Das hatte das Weiße Haus am Dienstagabend (Ortszeit) bestätigt. Eine Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem solle folgen, werde aus „logistischen Gründen“ zunächst jedoch für sechs Monate ausgesetzt. Trump zeigte sich am Mittwoch offenbar unbeeindruckt von der Kritik und twitterte ohne weitere Worte sein Wahlkampfmotto „Make America great again“ in Großbuchstaben. – Jerusalem ist für die drei monotheistischen Religionen , und eine zentrale Stadt.

KNA/pko/rno