Deutsche Maschinen stehen weltweit für Qualität und Leistung. Türkische Unternehmen favorisieren daher Joint-Ventures mit deutschen Konzernen.

Die Türkei wird als Handelspartner für die deutsche Maschinenindustrie immer wichtiger. Um satte 12,4 % ist der Export deutscher Maschinen und Anlagen in die Türkei im ersten Halbjahr 2013 gewachsen, angesichts schrumpfender Absatzzahlen in anderen Märkten ein großer Erfolg für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer.

Doch auch in die andere Richtung erweist sich die Türkei als zuverlässiger Partner: Immer mehr deutsche Maschinenbauer setzen auf Komponenten türkischer Zulieferer. „Der Bedarf an deutschen Maschinen in der Türkei ist groß“, sagt Adnan Dalgakıran, Präsident der Türkischen Exportvereinigung für Maschinen und Zubehör (MAIB). „Gleichzeitig bietet die türkische Maschinenindustrie als Zulieferer hohe Qualität, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit.“ Es gebe sehr viele Potenziale im deutsch-türkischen Maschinenbau, so Dalgakıran. „Wir wollen Formen der Zusammenarbeit finden, um diese Potenziale gemeinsam zu nutzen.“

Auf der derzeit in Hannover stattfindenden internationalen Metallbearbeitungsmesse (EMO) sind auch 41 Ausstellerfirmen aus der Türkei präsent. „Wir wollen die Zusammenarbeit mit der deutschen Maschinenindustrie stetig ausbauen und verbessern, zum Wohl beider Seiten“, sagte Sevda Kayhan Yılmaz, die als Vorstandsvorsitzende der Turkish Machinery Promotion Group aktuelle Zahlen aus der Maschinenbauindustrie der Türkei präsentierte.

Deutsch-türkische Maschinenbauindustrie boomt

Die ausstellenden türkischen Unternehmen kommen vornehmlich aus den Bereichen Umform-, Zerspanungs- und Drehwerkzeuge, Drehwerkzeughalter, Schneide- und Biegemaschinen.

„Seit 2003 hat die türkische Maschinenbauindustrie enorm zugelegt“, so Yılmaz. „Dies kann man am einfachsten feststellen, indem man sich vor Augen hält, dass sich die Maschinenproduktion in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat.“ Nachdem im Jahre 2002 noch Maschinen im Wert von 11,8 Mrd. $ produziert worden waren, sei dieser Wert bis 2012 auf 26 Mrd. $ gestiegen, so Yılmaz. Davon wurden Maschinen im Wert von 13 Mrd. $ exportiert. Ein bedeutender Anteil dieser Exporte, nämlich 17 %, ging Yılmaz zufolge nach Deutschland. Im Vergleich zu 2010 sei der Export von Maschinen nach Deutschland im Jahr 2011 demnach um 57% gestiegen.

Auch in den Anrainerstaaten der Türkei gibt es einen steigenden Bedarf an hochwertigen, deutschen Maschinen. Die türkische Maschinenindustrie unterhält ausgezeichnete Beziehungen nach Armenien, Georgien, in den Irak oder die Ukraine. Für deutsche Konzerne sind deutsch-türkische Kooperationen in diesen Drittländern attraktiv, weil türkische Partner dank langjähriger Beziehungen oft günstige Konditionen verhandeln. Dies gilt insbesondere für Russland, einen weiteren interessanten Markt und Nachbar der Türkei auf der anderen Seite des Schwarzen Meeres. Türkische Unternehmen erhoffen sich ihrerseits, durch Kooperationen bis hin zu Joint-Ventures mit deutschen Konzernen vom exzellenten Ruf deutscher Maschinen zu profitieren.

Die Türkei wird auch für andere Industriebranchen ein immer wichtigerer Standort.