„Deutsche Unternehmer in der Türkei mit ihren Partnern sehr zufrieden“

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) zieht eine positive Bilanz mit Blick auf die Gespräche, die er im Zusammenhang mit seiner Türkeireise zwischen dem 12. und 15. März dieses Jahres absolviert hatte. Im Gespräch mit dem DTJ äußert sich der Politiker sehr beeindruckt von den wirtschaftlichen Entwicklungen in der Türkei: „Mir war klar, dass ich in ein dynamisches, aufstrebendes und selbstbewusstes Land komme. Während der Reise wurde mir immer wieder vor Augen geführt, wie positiv sich die Türkei wirtschaftlich entwickelt. Deutschland wird in der Türkei als ein natürlicher Partner angesehen“, sagt der Minister. Auch deutsche Unternehmer, die in der Türkei investiert haben, scheinen mit ihrem Geschäft in der Türkei sehr glücklich zu sein. „Deutsche Unternehmer, die einen Partner in der Türkei gefunden haben, sind sehr zufrieden“, fasst der bayerische Minister seine Eindrücke hinsichtlich der Beziehungen zwischen deutschen und türkischen Unternehmen zusammen.

In den drei Tagen seines Aufenthalts hatte der liberale Politiker mit rund 40 bayerischen Unternehmern Ankara, Istanbul und Izmir besucht. Mit einer halben Stunde Verspätung war der Wirtschaftsminister am Dienstag gegen Mitternacht in Ankara gelandet. Am Mittwoch begannen um 9:00 Uhr die ersten Gespräche in der Hauptstadt. Zeil fand sich dazu im Wirtschafts-, Energie- und Umweltministerium ein. Der Minister freute sich insbesondere darüber, dass im Umweltministerium der Vertrag über die Gründung einer Tochtergesellschaft der Messe München in der Türkei unterzeichnet wurde. Im Rahmen dieses Joint Ventures ist eine internationale Fachmesse für Erdbebensicherheit, Brandschutz und Stadterneuerung geplant. Dies sei ein „erstes konkretes Ergebnis des Besuches“.

Besuch bei mehreren Unternehmerverbänden

Der Wirtschaftsminister flog anschließend gegen Mittag weiter nach Istanbul. Dort fanden zahlreiche Gespräche mit Vertretern aus der Wirtschaft statt. Zudem schloss ein niederbayerisches Unternehmen mit einer türkischen Firma einen Vertrag als Vertriebspartner. Auch die Veranstaltungen von MÜSIAD, TUSKON und TÜSIAD haben dem Minister gefallen. Die Stadt, die Asien und Europa verbindet, fasziniert den Gast immer noch. „Istanbul ist auf der einen Seite eine unglaublich schöne Stadt mit einer herrlichen Aussicht auf den Bosporus und vielen Zeugnissen der Geschichte. Auf der anderen Seite ist sie eine moderne europäische Metropole“, betont der Politiker und fügt hinzu: „Schade, dass ich für einen Spaziergang ganz wenig Zeit hatte. Außer dem Ägyptischen Basar konnte ich mir leider nichts anschauen.“

Am Donnerstagnachmittag ging es dann weiter an die Westküste nach Izmir. Auch in dieser Stadt wurden zahlreiche Kontakte mit Partnern aus der Wirtschaft und Politik geknüpft.

Im Zuge seiner Reise hat der Minister erfahren, dass viele türkische Unternehmer aus den Bereichen Infrastruktur und Anlagenbau auf Drittmärkten unterwegs sind. Türkische Geschäftspartner sollen in diesem Zusammenhang immer wieder eine Zusammenarbeit auch mit deutschen und bayerischen Unternehmen vorgeschlagen haben. „Die türkische Seite hatte die Idee, unsere Kompetenzen zu bündeln. Die Türkei ist gut aufgestellt, was die Bauwirtschaft angeht und Deutschland hat viele Erfahrungen im Bereich Planung, Architektur und Ingenieursdienstleistungen. Damit können wir gemeinsam in Drittmärkten punkten. Das wäre für beide Länder ein hervorragendes zusätzliches Feld für die Zusammenarbeit“, so bewertet der Minister den Vorschlag türkischer Partner.

„Für schnelle und großzügige Visaerteilung“

Kritik hörte der Gast immer wieder bezüglich der Visaerteilung für türkische Unternehmer. Er gelobte in diesem Zusammenhang, sich für eine Verbesserung der bestehenden Situation einzusetzen: „Türkische Unternehmer haben Interesse daran, dass das Visaproblem vernünftig gelöst wird. Das unterstütze ich in vollem Umfang. Von türkischer Seite aus müssen hier auch noch gewisse Voraussetzungen gegenüber der EU erfüllt werden. Ich habe die Bundesregierung und unsere Konsulate immer wieder aufgefordert, türkischen Unternehmern schnell und großzügig Visa zu erteilen. Hier bleibe ich weiterhin am Ball.“