Die Unternehmensgruppe Ottobock, die 1919 im niedersächsischen Duderstadt gegründet wurde, zählt mit weltweit mehr als 8000 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro zu den bedeutendsten Mischkonzernen mit Schwerpunkt Gesundheitsprodukte im Nordwesten Deutschlands.

Jüngst machte die Gruppe aber nicht nur durch wirtschaftliche Erfolge Schlagzeilen, sondern auch durch ihr Engagement für Flüchtlinge.

So lud der Chef der Unternehmensgruppe, Hans-Georg Näder, letzte Woche 300 Flüchtlinge aus Friedland und Westerode zu einem Iftar-Essen in das Duderstädter Hotel „Zum Löwen“.

Näder begründete diesen Schritt mit den eigenen Erfahrungen seiner Familie, die nach dem Zweiten Weltkrieg entschädigungslos vertrieben worden sei und sich in Duderstadt eine neue Heimat schaffen musste. Mittlerweile verfügt die Ottobock-Gruppe über Niederlassungen in 55 Ländern der Erde und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro. „Auch wir haben damals mit nichts angefangen“, so Näder.

Die Veranstaltung begann wegen des Ramadan erst um 21 Uhr, gegessen wurde nach Sonnenuntergang. Ein Imam und ein katholischer Geistlicher sprachen zuerst Gebete und hielten Ansprachen, die Philharmonie der Nationen sorgte für die musikalische Untermalung.

Arabisch sprechende Mitarbeiter werden in Duderstadt gebraucht

Näder trat dafür ein, dass es den Flüchtlingen schnellstmöglich ermöglicht werde, eine Arbeit aufzunehmen. Bedarf an Arabisch sprechenden Mitarbeitern hätte nicht nur sein Unternehmen.

Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman A. Mazyek, war anwesend und hielt ein Plädoyer für die Integration der Flüchtlinge, „vorausgesetzt die Gesellschaft möchte das und die Politik schafft die Rahmenbedingungen.“

Näder möchte es nicht bei einem einmaligen Iftar belassen. Das Unternehmen möchte nun auch eine Internetseite einrichten, um Flüchtlingen Orientierung zu bieten – von der Familienzusammenführung über Sachspenden bis hin zu Informationen über Sportgelegenheiten.