12.03.2018, Berlin: «Wir verurteilen den Brandanschlag auf ein Gotteshaus» steht auf dem Plakat vor einer Moschee an der Kühleweinstraße in Reinickendorf. Bislang unbekannte Täter hatten in der Nacht zum Sonntag mindestens einen Raum der Moschee in Brand gesetzt. Foto: Paul Zinken/dpa
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Die deutschen Polizeibehörden haben einem Bericht zufolge in diesem Jahr bislang 37 Angriffe mutmaßlicher PKK-naher Aktivisten auf Moscheen, Kulturvereine oder türkische Restaurants registriert. Dies berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. Vergangenes Jahr waren es demnach insgesamt 13 solcher Übergriffe. Eine Ministeriumssprecherin sagte den Zeitungen, für beide Zeiträume handele es sich um vorläufige Zahlen, die durch Nachmeldungen noch steigen oder sinken könnten.

In den vergangenen Tagen waren in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg Brandanschläge auf Moscheen und türkische Einrichtungen verübt worden. Zuletzt war die IGMG-Moschee in Ulm betroffen. 

«Deutschland ist Spiegel türkisch-kurdischer Konflikte»

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«Deutschland ist mit Blick auf die hier lebende große Zahl von Menschen mit Bezug zur Türkei seit jeher Spiegel und Resonanzboden türkisch-kurdischer Konflikte», sagte die Sprecherin den Zeitungen. «Dies gilt in besonderer Weise vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in und um Afrin.» In der nordsyrischen Region geht die türkische Armee im Rahmen der „Operation Olivenzweig“ seit dem 20. Januar gegen die YPG vor. Die Türkei stuft die YPG wegen ihrer Verbindungen zur PKK als Terrororganisation ein. Am Wochenende hatten die türkischen Streitkräfte Afrin eingenommen. 

Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA) hatte Ende vergangener Woche der «Welt» gesagt, die Behörde erwarte weitere Gewalttaten als Reaktion auf die türkische Offensive gegen Kurden in Nordsyrien.

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dpa/dtj
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