Deutschland gibt gestohlene Krösus-Goldbrosche an Türkei zurück

Berlin/Istanbul – Deutschland hat eine vor etwa acht Jahren gestohlene Goldbrosche aus dem antiken Schatz des Krösus an die Türkei zurückgegeben. Ömer Çelik (l.), der für die Ressorts Kultur und Tourismus zuständige türkische Minister, gab dies am Mittwoch in Berlin bekannt.

„Unser Ministerium schaltete damals sogar Interpol in die Ermittlungen ein. Nach der Goldbrosche wurde weltweit gefahndet. Die Diebe übergaben ihn an die Staatsanwaltschaft Hagen, nachdem mehrere Verkaufsversuche gescheitert waren“, sagte Çelik, der sich derzeit wegen der weltgrößten Reisemesse ITB in Deutschland aufhält.

Die Rückgabe des „Seepferdchens mit Flügeln“ sei auch ein Beispiel für die sehr gute und enge kulturpolitische Zusammenarbeit mit der Türkei, teilte das Auswärtige Amt am Donnerstag mit. Staatsministerin Cornelia Pieper erklärte laut einer Mitteilung: „Die Rückgabe unterstreicht auch das entschiedene Eintreten Deutschlands für die Bekämpfung des illegalen grenzüberschreitenden Handels mit Kulturgütern.“

Das goldene Seepferdchen war im vergangenen Jahr in Deutschland sichergestellt worden. Die Brosche gilt als ein Prunkstück aus dem Schatz des für seinen Reichtum sprichwörtlich gewordenen Lydier-Königs Krösus (um 550 vor Christus). Sie war aus dem Archäologischen Museum der westtürkischen Stadt Uşak verschwunden und durch eine Kopie ersetzt worden. Ein türkisches Gericht hatte den Direktor des Museums 2009 dafür wegen Diebstahls und Unterschlagung zu 13 Jahren Haft verurteilt. Auch mehrere Mitbeschuldigte erhielten Haftstrafen. (dtj/dpa)