Deutschland liefert nur zwei von insgesamt 170 Terroristen an die Türkei aus

In Deutschland befinden sich ca. 170 Personen, die in der Türkei auf Grund ihrer Mitgliedschaft in verschiedenen Terrorgruppen gesucht werden. Das Thema der Auslieferung dieser in der Türkei gesuchten Terroristen war bereits Thema des zweitägigen Türkeibesuchs der Bundeskanzlerin Merkel letzte Woche. 38 der betreffenden Personen seien in terroristische Aktivitäten der linksextremistischen DHKP/C verwickelt.

Der Attentäter, der sich Anfang des Jahres vor der amerikanischen Botschaft in Ankara in die Luft sprengte, war zuvor aus Deutschland eingereist. Der Meinung einiger türkischer Terrorismusexperten nach könnte durch eine Auslieferung der 170 Personen die von der DHKP-C ausgehenden Bedrohung weitgehend eliminiert werden. So sei beispielsweise Bedri Yağan, einer der Führer der DHKP-C, unter den sich in Deutschland befindlichen Terroristen. Unter den übrigen Personen, deren Auslieferung die Türkei von Deutschland fordert, sind Auftragsmörder, Schmuggler und weitere Mitglieder anderer Terrorgruppen.

Der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates Muammer Türker sagte vor einigen Tagen auf einem internationalen Tagung zum Thema Terrorismus in Antalya, dass die Türkei mehr Unterstützung von der Europäischen Union im Kampf gegen den Terrorismus, besonders gegen die PKK fordere. Seinen Angaben zufolge wurden in den letzten fünf Jahren lediglich sieben gesuchte Terroristen aus EU-Ländern an die Türkei ausgeliefert, was in der Türkei bereits zu heftigen Spekulationen über eine mögliche inoffizielle Unterstützung der PKK durch einige EU-Länder Anlass gab.