Der Dialog mit dem Islam war eine wichtige Agenda des diesjährigen Kirchentag. Das sagte Kirchentagspräsidentin Christina Aus.

Der Evangelische Kirchentag will sich auch in Zukunft in die Politik einmischen. «Glauben und Politik gehören zusammen», sagte Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär am Samstag. «Das hat dieser Kirchentag, der Politiker aller politischen Couleur ins Gespräch gebracht hat, bekräftigt.» Auch Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au betonte: «Wir sind immer politisch, der Kirchentag ist von seinen Grundanfängen politisch.»

Beide reagierten damit auf Kritik, der Kirchentag und insbesondere die Kirche mische sich zu viel oder falsch in Politik ein. Mehrere Politiker etwa aus AfD und CDU hatten anlässlich des Kirchentages gesagt, die Kirche solle sich auf das Seelenheil der Menschen und die Verbreitung des Evangeliums konzentrieren.

Aus: „Dialog hat Kirchentag geprägt“

«Wir können sagen, dass Dialog diesen Kirchentag geprägt hat», sagte Aus der Au. Dieser habe die Kontroverse mit Andersdenkenden und den Austausch etwa mit dem Islam beinhaltet. Außerdem habe das Christentreffen mit knapp 140 000 Teilnehmern sich nicht von der Terrorgefahr einschüchtern lassen. «Das war ein Kirchentag gegen die Angst.»

Der Berliner Bischof Markus Dröge sah in dem Kirchentag einen Impuls für die Zukunft seiner Kirche, auch in Zusammenarbeit mit den Katholiken. «Kirchentag funktioniert noch, er funktioniert, wie er immer funktioniert hat, er bringt Menschen im Diskurs zusammen.»

Auch der ägyptische Großscheich Ahmad al-Tayyeb hat am evangelischen Kirchentag teilgenommen und auf einem Podium mit dem Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) über die Förderung von Toleranz und friedliches Zusammenleben diskutiert. Als in diesen Momenten die Nachricht über den Anschlag auf koptische Christen zu hören war, sagte der Großscheich: „Kein Ägypter, kein Christ, kein Muslim sympathisiert mit solchen Taten.“ Auch viele andere Islamvereine und -verbände verurteilten den Anschlag.

dpa/dtj