Die kupferne Schwarzmeerprovinz Kastamonu

Kupfer befindet sich in fast jeder Stromleitung, in vielen Musikinstrumenten, zu Münzen gepresst in unseren Geldbeuteln – und im Boden der türkischen Schwarzmeerprovinz Kastamonu. Das bestätigte der Gouverneur der Provinz Kastamonu Erdoğan Bektaş, als er am Montag mit Journalisten sprach. Bektaş sagte, der türkische Bergbaukonzern Eti Bakır AŞ habe in der Region um Küre äußerst tiefe Bohrungen durchgeführt und sei dabei auf ein Kupfervorkommen von schätzungsweise 25 Millionen Tonnen gestoßen. Die Kupfervorkommen in Küre werden laut Provinzgouverneur Bektaş dazu beitragen, den Kupferbedarf der Türkei in der Zukunft zu decken.

Ahmet Tezcon, Direktor des Eti Bakır AŞ Bergwerks in Küre, sagte, man prüfe immer noch den exakten Umfang des Gesamtvorkommens. Erste Schätzungen ließen auf ein Kupfervorkommen von 25 bis 30 Millionen Tonnen schließen. Er kündigte außerdem an, genauere Zahlen 2014 zu liefern und die Förderung des begehrten Rohstoffes bereits 2015 aufzunehmen.

Bergbau boomt in der Türkei

Der Bergbau stellt in der Türkei einen wirtschaftlich wichtigen und boomenden Industriezweig dar. Ein Vertreter der türkischen Bergbaukonzerne forderte im Februar sogar die Anwerbung ausländischer Gastarbeiter in die Türkei, um dem Arbeitskräftemangel im türkischen Bergbausektor entgegen zu wirken. Derzeit werden in der Türkei vor allem Gold, Blei, Zink, Chrom, Kohle, Eisen und Kupfer gefördert. Das Bergbau-Forschungsinstitut (MTA) der Türkei veröffentlichte kürzlich einen aktuellen Bericht zum Bergbausektor und dessen Produktion. Dem Bericht zufolge sollen 700 Tonnen Gold und 9129 Tonnen Uran in der Türkei existieren. 

Der Technologiekonzern im Bau- und Bergbaubereich, DYWIDAG-Systems International gibt auf seiner Website an, dass die Küre-Bergwerke drei Tagebau-Bergwerke und ein Untertagebau-Bergwerk umfassen, wo mehr als 250 Mitarbeiter jährlich über 1 Mio. Tonnen Kupfer und 90.000 Tonnen Pyrit-Konzentrat, ein Rückstand aus dem Kupferbergbau mit hohem Schwefelanteil, fördern. Der Konzern gehört zur Cengiz Holding und besitzt im äußersten Nordosten der Türkei in der Kleinstadt Murgul in der Provinz Artvin weitere Bergwerke.

Der Bergbau in der westlichen Schwarzmeerregion wird durch die im Gebiet verlaufende nordanatolische Verwerfung erschwert, da dieser Teil der Türkei dadurch zu einer der am stärksten durch Erdbeben gefährdeten Regionen der Welt zählt.