Die Rolle der Neu-Europäer bei internationalen Wirtschaftskontakten

Sie sind interkulturell aufgestellt, sprechen mehrere Sprachen und tragen gesellschaftlich wie wirtschaftlich zur Vielfalt Europas bei. Die Gruppe der neuen Europäer lebt in der EU, verfügt jedoch auch über Kontakte in zahlreiche Länder außerhalb ihres Heimatlandes. Die wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse und Entwicklungen verschiedener Länder zu kennen und über diese Bescheid zu wissen, trägt so zu einem stärkeren Austausch und zu intensivierten Beziehungen zwischen den jeweiligen Ländern bei.

Im Rahmen des „Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger“ fand am 20. März 2013 in den Räumlichkeiten des Dachverbandes UNITEE in Brüssel ein Roundtable rund um das Thema „Neue Europäer und die Beziehungen zur Türkei“ statt, zu dem hochrangige Gäste aus Politik und Wirtschaft geladen waren. Adem Kumcu, Präsident von UNITEE, wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass sich die Menschen mit türkischem Migrationshintergrund, die in Europa leben, nach über 50 Jahren immer noch nicht richtig heimisch fühlen, aber gleichzeitig auch nicht in die Türkei zurückkehren möchten. „Darum müssen wir diesen Leuten das Gefühl geben, dass sie hier willkommen sind, dass Europa ihre Zukunft ist, und sie die Zukunft Europas“, betonte Adem Kumcu.

Den neuen Europäern ist es möglich, auch außerhalb der EU Investitionsmöglichkeiten zu erschließen und diese mithilfe ihres Verständnisses der unterschiedlichen Kulturen zu nutzen. Metin Kazak, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vizevorsitzender des Unterausschusses für Menschenrechte, bestärkte in dieser Hinsicht den positiven Einfluss von neuen Europäern, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell einen Austausch bewirkten. „Es ist momentan besonders wichtig, der Gesellschaft zu zeigen, dass Migranten einen Beitrag zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung Europas leisten“, fügte Sir Graham Watson, MEP und Vorsitzender des Climate Parliaments, hinzu.

Erneuerbare Energien als Absatzchance für die Türkei?

In Bezug auf das stetig steigende Wirtschaftswachstum der Türkei würde ein gemeinsamer Wirtschaftsraum auch viele Vorteile bieten. Die Förderung erneuerbarer Energien in der Türkei wäre hierbei eine vielversprechende Investition, denn europäische Ingenieure brächten das nötige Know-how mit, um Anlagen im Solar-, Wind-, Biomasse- und Geothermiebereich zu errichten. Der stetige wirtschaftliche Austausch zwischen Europa und der Türkei sei hierbei schon längst Wirklichkeit geworden. „Die Bürger sind bereit, zusammenzuarbeiten und einen gemeinsamen Markt aufzubauen“, bestätigte Arno Metzler vom Verband Beratender Ingenieure.

Der Bundesverband der Unternehmervereinigungen e.V. (BUV) stellte diesbezüglich einige deutsch-türkische Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien vor, die helfen würden, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft aufzubauen und zu stärken. „Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien wäre es der Türkei sogar möglich, Exporteur von grünem Strom zu werden“, betonte Sir Watson. Die neuen Europäer tragen hier verstärkt zum Dialog zwischen den Ländern bei und fungierten als „Botschafter zwischen den Kulturen“, resümierte abschließend Baron Willem van der Voorde, stellvertretender Kabinettschef des belgischen Ministerpräsidenten.