Dollar Scheine
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Das Gutachten zählte Malaysia, Chile, die Türkei, Venezuela und Russland zu den Ländern, die am empfindlichsten auf einen starken Dollar reagieren. „Es gibt eine ganze Reihe von Kanälen, durch die ein starker Dollar das Wirtschaftswachstum von Schwellenländern negativ beeinflussen kann.“ Adam Slater, leitender Ökonom bei Oxford Economics, schreibt in dem Gutachten, dass diese Situation die Schuldenbelastung bei US-Schulden erhöhe, niedrigere Rohstoffpreise mit sich bringe und den Kapitalzufluss verringere. Die türkische Lira habe in diesem Jahr bereits zehn Prozent an Wert verloren und tendiere weiter schwach. „Idealtypisch könnte man annehmen, dass ein starker Dollar positive Effekte für Schwellenländer haben könnte, da er ihre Wettbewerbsfähigkeit beim Export gegenüber den USA verbessere“, fügte Slater hinzu.

Auf handelsgewichteter Basis verteuerte sich der Dollar zwischen Juni 2014 und März 2015 um zwölf Prozent. Dollar-Rallys dieser Größe kommen selten vor, so Oxford Economics weiter. Abgesehen von den kurzen aber heftigen Ausschlägen des Dollarkurses während der Finanzkrise 2008-09 waren die letzten Spitzen Ende der neunziger Jahre und zu Beginn 2000 zu beobachten gewesen.

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Die Vorrangstellung des Dollar auf dem Devisenmarkt wurde in der vergangenen Woche erneut durch eine Aufstockung des Dollars bei internationalen Zentralbanken offiziell bestätigt, wohingegen der Anteil des Euro abnahm. Das berichtete die Financial Times. Quartalszahlen des Internationalen Währungsfonds belegen einen Anstieg beim Anteil des Dollars von 62,4 Prozent im dritten Quartal 2014 auf 62,9 Prozent zum Ende des vierten Quartals. „Es kann zu einem Anstieg von negativen Bilanzeffekten führen, die die Wachstumsaussichten von Schwellenländern beeinträchtigen. Das ist speziell dann der Fall, wenn es ein erhebliches Missverhältnis zwischen US-Dollar-Verbindlichkeiten und Gemeinschaftsvermögen – also von Banken und Regierungen gibt“, so Slater.

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