Die Türkei ist das Land, das die meisten syrischen Flüchtlinge aufgenommen hat. Trotz der über 4,5 Millionen Flüchtlinge und illegalen Migranten, die sich insgesamt im Land aufhalten, hat die Türkei aber kein Ministerium für Migration. Dafür ist es aber höchste Zeit, fordert die Türkisch-Deutsche Stiftung für Bildung und wissenschaftliche Forschung (Türk-Alman Eğitim ve Bilimsel Araştırmalar Vakfı, TAVAK) vom neuen Kabinett.

Laut TAVAK leben außerhalb der Türkei 6.800.000 türkischstämmige Menschen, über fünf Millionen von ihnen innerhalb der Europäischen Union. In den letzten vier Jahren seien über vier Millionen Flüchtlinge sowie illegale Einwanderer in die Türkei gekommen, von denen nur 340.000 eine Aufenthaltserlaubnis haben.

Die Stiftung ist der Meinung, ein Ministerium für Migration sei sowohl für die im Ausland lebenden Türken als auch für die in der Türkei lebenden Flüchtlinge notwendig. Die Türkei habe im Laufe ihrer 55-jährigen Migrationsgeschichte viel Erfahrung in dem Bereich sammeln können, die für die aktuellen Migrationsprobleme von großer Hilfe sein können.

Die TAVAK mit Sitz in Istanbul hat sich der Vertiefung der türkisch-europäischen, insbesondere aber der türkisch-deutschen Beziehungen in den Bereichen Bildung, Forschung aber auch wirtschaftlicher Zusammenarbeit verschrieben und plant eine eigene Universität zu eröffnen. Ihr Vorsitzender ist der bekannte, aber nicht unumstrittene deutschtürkische Wissenschaftler Dr. Faruk Şen, der von 1985 bis 2008 Leiter des Zentrums für Türkeistudien in Essen war. Nachdem er und das Zentrum für Türkeistudien nach einer Auseinandersetzung um kontroverse Äußerungen Şens ab 2008 getrennte Wege gingen, kehrte er in die Türkei zurück und gründete die TAVAK.