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Erneut wurden Anhänger des Islam-Gelehrten Fethullah Gülen entführt. Diesmal traf es einen Lehrer in Aserbaidschan, der kurz zuvor von der örtlichen Staatsanwaltschaft freigelassen worden war. 

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte es erst im Sommer diesen Jahres angekündigt. Auf einer Veranstaltung seiner Partei AKP sagte der türkische Staatschef Erdogan, dass man die „geflohenen Gülen-Anhänger“ wieder zurück ins Land holen werde. Seit dem Putschversuch 2016, dessen Initiatoren bis heute nicht feststehen, verfolgt die türkische Regierung um Recep Tayyip Erdogan die Anhänger des im Exil-lebenden Islam-Gelehrten Fethullah Gülen systematisch.

Türkische Regierung gibt systematische Verfolgung zu

Über die systematische Verfolgung hatte zuletzt der türkische Innenminister Süleyman Soylu im November gesagt. Laut Innenminister Soylu gab es bis Mitte November über 62.000 Einsätze gegen Anhänger der Gülen-Bewegung. Dabei kam es zu etwa 218.000 Festnahmen.

Türkische Regierung geht auch im Auslang gegen Gülen-Anhänger vor

Die Einsätze gegen Anhänger der Gülen-Bewegung sind nicht auf die Türkei begrenzt. Schon seit langem geht der türkische Staat auch im Ausland gegen Gülen-Anhänger vor, die sie für Terroristen hält. So gab es Fälle von Kidnapping beispielsweise im Kosovo, in Gabun, in Malaysia, in der Mongolei, in der Republik Moldau und in der Ukraine. In den meisten Fällen fand neben dem Kidnapping auch eine Überführung in die Türkei statt.

Aserbaidschan: Entführung und Überführung in die Türkei

Am Wochenende hat sich die Liste des Kidnappings erweitert. So soll der Lehrer Mehmet Gelen nach einer Befragung vor der Staatsanwaltschaft von Aserbaidschan entführt worden sein. Ein entsprechendes Video hatte die Ehefrau des Lehrers auf Twitter gepostet. Später berichteten regierungsnahe türkische Medien von einem „tollen Einsatz“ in Aserbaidschan. Dabei wurden Bilder veröffentlicht, in dem Gelen von türkischen Polizisten in ein Gebäude gebracht wird. Die Türkei habe einen Haftbefehl wegen „Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation“ gegen den Lehrer erlassen.