DITIB: Khorchide in seiner Funktion nicht mehr tragbar

Nachdem der Koordinationsrat der () ein Gutachten zu den theologischen Thesen von Prof. Dr. Mouhanad , Leiter des Zentrums für Islamische () in , veröffentlicht hat, bezieht nun auch die Türkisch-Islamische Union () Position.

In einer Stellungnahme stellte die DITIB fest, dass die seit über einem Jahr geführten Diskussionen über Khorchides Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ und seine öffentlichen Ausführungen unter den Muslimen zu Irritationen geführt hätten. Der mitgliedsstärkste muslimische Verband folgert daraus, dass Khorchide „in seiner Funktion nicht tragbar“ sei.

Ausschlaggebend für die Positionierung DITIBs war die Absichtserklärung vom 11.02.2010, die Khorchide zwar unterschrieben, aber in der Folgezeit nicht eingehalten habe: „Die Absichtserklärung diente als Grundlage des gegenseitigen Vertrauens und formulierte die Verpflichtung zur bekenntnisgebundenen Lehre und Forschung. Die Absichtserklärung umfasst ferner die institutionelle Einbindung der muslimischen Religionsgemeinschaften in die Ausbildung der Religionslehrerinnen und -lehrern, sowie die Geschwisterlichkeit und Vertraulichkeit bei gegenseitiger Kritik.“ Khorchide habe seine selbst unterschriebene Verpflichtung nicht eingehalten und anstelle der „geschwisterlichen internen Absprache“ die Kritik und die Debatte über die Öffentlichkeit geführt.

DITIB fordert in ihrer Stellungnahme die zuständigen Stellen dazu auf, entsprechende Schritte für die Absetzung Khorchides als Institutsleiter einzuleiten.

Güvercin fordert neuen Standort in NRW

, vormals von Khorchide vorgeschlagenes unabhängiges Mitglied des Münsteraner ZIT-Beirats, gibt DTJ gegenüber dem Standort Münster keine Chance mehr: „Nach Kalisch und jetzt den Problemen mit Khorchide sieht die weitere Zukunft des Standorts Münster nicht rosig aus. Nach den Vorkommnissen der letzten Monate ist das Vertrauen zwischen der Uni-Leitung und der muslimischen Community zerrüttet. Ich denke, dass ein neuer Standort das Beste für einen gesunden Aufbau der Islamischen Theologie in NRW ist.“

Münster wäre von Anfang an keine glückliche Wahl als Standort gewesen, weil es auch weit weg vom Ruhrgebiet und dem Rheinland sei, wo die meisten Muslime lebten, betonte Güvercin, der sich bereits im vergangenen Monat in einem ausführlichen Interview zu der Debatte um Khorchide geäußert hatte.

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