Das Kulturgut befindet sich nun unter der Obhut des neuen Zentrums der Dicle Universität.

Ein akademisches Zentrum für die Restauration und den Schutz von Kulturgütern ist von der Dicle Universität in der südöstlichen Provinz Diyarbakır gegründet worden. Die Motivation hinter dem Projekt ist es, den Kulturgütern auf diese Weise akademische sowie wissenschaftliche Unterstützung zukommen zu lassen, vor allem in Diyarbakır und der umliegenden Region.

Viele Ensembles in Diyarbakır erinnern mit ihren historischen Gebäuden an ein Open-Air-Museum. Einige davon könnten demnächst sogar auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO stehen. Dazu gehören unter anderem die Ulu-Moschee, die das Wahrzeichen der Stadt bildet, die Ongözlü-Brücke und das Ziya Gökalp sowie das Cahit Sıtkı Tarancı- Museum.

Ungeeignetes Material zerstört Struktur historischer Stadtwände

Das neu gegründete Zentrum wird außerdem Weiterbildungen für seine Angestellten anbieten. Kooperationspartnerin Professor Neslihan Dalkılıç von der Architektur-Fakultät der Dicle Universität sagte, die historischen Strukturen in der Stadt seien seit mehreren Jahren nicht mehr angemessen restauriert worden. Der Grund für die Gründung dieses Zentrums sei somit die Füllung der dadurch entstandenen Lücke. Zwar hätte die Architektur-Fakultät der Universität auch früher schon an Restaurationsprojekten in der Stadt mitwirken wollen, doch nun hätte sie endlich auch den erforderlichen offiziellen Status, um dies umzusetzen.

„Wir haben ein Schutz- und Restaurationszentrum für jedes Projekt bezüglich historischer Strukturen“, erklärt Dalkılıç. „Anforderungen von einzelnen Personen sowie Institutionen werden ebenfalls entgegengenommen werden. Das Zentrum wird dazu beitragen, die Qualität der Restaurierungen zu verbessern, Analysen sowie wissenschaftliche Berichte zu veröffentlichen sowie neue Verarbeitungsmethoden zu entwickeln.“

Restauration der Stadtwände

Dalkılıç zufolge hätte die Universität die größte Rolle bei der Restaurierung der historischen Stadtwände gespielt. Doch es wüssten zu wenige Menschen darüber Bescheid. Man hätte in wissenschaftlichen Publikationen versucht, mehr darüber zu berichten. Von nun an würden die Projekte über das Zentrum mit der Öffentlichkeit geteilt.

„Wir haben mitbekommen, dass bisher Zement anstelle von originalem Material bei den Restaurierungsarbeiten der Wände benutzt wurde. Dies zerstörte die Struktur. Obwohl immer mehr Baufirmen davon mitbekamen, wurde dennoch weiterhin Zement benutzt. Ein akademischer Rat wurde gegründet, um die Restaurierungsarbeiten der Wände zu übernehmen. Dies war unser Traum. Die Arbeiten werden unter strengster Inspektion durchgeführt werden. Wir werden unser Bestes tun.“

Geplant sei außerdem ein Archiv über die Geschichte der Stadt in einer Bibliothek, die innerhalb des Zentrums entstehen soll. Alle Bürger, Besucher sowie Forscher in der Stadt sollen Zugriff darauf haben.