links nach rechts, Ministerpräsident Binali Yildirim, Staatspräsident Erdogan, ex-Ministerpräsident Ahmet Davutoglu EPA/TOLGA BOZOGLU (c) dpa

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim behält seinen Ehrendoktor-Titel der Technischen Universität Berlin (TU). Zwar bedauere die Universität die Vergabe im Jahr 2011 und würde eine solche Ehrung heute nicht mehr vornehmen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Resolution des Akademischen Senats der TU. Der Entzug des Ehrentitels komme allerdings aus rechtlichen Gründen nicht in Betracht, rechtskonform sei dies «eindeutig nur bei wissenschaftsbezogenen Vergehen».

Der Fall Yildirim beschäftigt die Hochschule seit Monaten. Der Politiker war zum Zeitpunkt der Ehrung noch türkischer Verkehrsminister. Inzwischen habe er eine tragende Rolle bei der Verfolgung Oppositioneller und der Entwicklung der Türkei in eine Diktatur, hatte die Kurdische Gemeinde Deutschland Ende 2016 in einem Offenen Brief an die Uni-Leitung kritisiert. Sie forderte deshalb die Aberkennung der Ehrendoktorwürde. Eine entsprechende Petition hatten mehr als 600 Menschen unterzeichnet.

Ehrentitel beliebt bei Erdogan

Auch der türkische Staatspräsident rühmt sich mit zahlreichen Ehrentiteln. Erdogan kann sich beispielsweise mit internationalen Titeln der privaten St. John’s University in New York City, der Universität Waseda in Japan, Die Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew, die Wernadskyj-Universität auf der Halbinsel Krim, der Univerity of Pristhina, der Islamischen Universität Gaza und weitere. Außerdem kann sich der türkische Staatspräsident mit Titeln zahlreicher türkischer Universitäten rühmen.

Zudem war der türkische Staatspräsident lange Jahre Träger einer amerikanisch-israelitischen Auszeichnung für Tapferkeit. Diesen Titel hat der türkische Staatspräsident nach einem Streit mit Israel 2014 abgelegt, nachdem der Titel von ihm wieder abverlangt wurde.

dpa/dtj