Eintracht Frankfurt bezwang FK Karabakh aus Aserbaidschan und qualifizierte sich für die Europa League.

47 000 Fans wollten am Donnerstag dabei sein, als Eintracht Frankfurt gegen die Mannschaft des FK Karabakh Agdam aus dem fernen Aserbaidschan spielte und den aus der Sicht vieler Fans und Fußballexperten sicheren Sieg in den Playoffs der Europa League einfahren sollte. Das Hinspiel gewann die Eintracht bereits klar mit 2:0. Selbstbewusst gaben die Fans der Eintracht daher schon vor dem Anpfiff mit einer Choreographie die Marschrichtung vor.

Doch viele Frankfurter staunten nicht schlecht, als plötzlich orientalische Trommelrhythmen und aserbaidschanische Fangesänge von der Ostkurve herüberschallten. Schätzungsweise 3000 Fans des aserbaidschanischen Vizemeisters waren aus ganz Deutschland nach Frankfurt gekommen und jubelten während des Spiels begeistert ihrer Mannschaft zu.

Die Eintracht dominierte anfangs wie erwartet das Spiel und Torjäger Alexander Meier konnte bereits in der 10. Minute nach Hereingabe von Rode den Führungstreffer erzielen. Meier hatte bereits im Hinspiel beide Tore für den Favoriten erzielt. Der Gastgeber hatte das Spiel daraufhin fest im Griff, ließ aber den letzten Zug zum Tor vermissen. Diese Nachlässigkeit nutzen die Gäste aus Karabakh zunehmend aus. Nachdem Vügar Nadirov (27.) bereits eine Torchance knapp vergeben hatte, erzielte Reynaldo Sekunden nach seiner Einwechslung völlig überraschend den Ausgleich für die Gäste (58.).

Reynaldo sorgt für Alarm im Frankfurter Strafraum

Ausgelassen feierten die Karabakh-Fans den ersten Treffer ihres Teams überhaupt gegen eine deutsche Mannschaft. Die Eintracht geriet kurzzeitig völlig aus dem Konzept und fast sogar in Rückstand. Erneut konnte sich Reynaldo gegen die Frankfurter Abwehr durchsetzen, verzog dieses Mal aber knapp (75.). Keine 60 Sekunden später konnte der Japaner Inui per Kopf Frankfurt dann aber wieder in Führung bringen. Die Stimmung im Gästeblock war trotz der Niederlage ausgelassen und fröhlich, da die Gäste aus Karabakh gut mithielten und sich tapfer schlugen.

Das „Azerbaijan Student Network“, eine aserbaidschanische Studentenverbindung in Deutschland, hatte im Vorfeld Busse aus Köln, Bonn, Bielefeld und Hannover organisiert, um die kleine Fangemeinde in Frankfurt zusammenzubringen.