Russland könne theoretisch die Türkei als Transportroute für Erdgas in Betracht ziehen, wenn die andauernden Probleme in Bulgarien nicht gelöst werden. Die russische Regierung werde Verhandlungen mit der Türkei beginnen, wenn die staatliche Gazprom die türkische Route als Option anerkennt.

Novak bestätigte auf dem Weltpetroleum Kongress in Moskau, dass er mit seinem türkischen Amtskollegen Taner Yıldız die aktuelle Energiekrise zwischen Russland und der Ukraine besprochen habe. „Wir haben über das mögliche Szenario gesprochen, wenn die Ukraine ihre Schulden nicht begleicht und die Gaseinfuhr aus Russland einstellte. Dieses Szenario würde für die Türkei bedeuten, auf 14 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr aus der Ukraine verzichten zu müssen“, sagte Novak.

Yıldız äußerte seinerseits die Hoffnung, dass sich die Energiekrise zwischen den beiden Nachbarländern beilegen lasse, da sie auch die türkische Energiepolitik beeinflusse. Nach Angaben von Gazprom betragen die Schulden der Ukraine für russisches Erdgas rund 4,4 Milliarden Dollar.

Die Energiekrise hat die Bemühungen der EU verstärkt, ihre Energieabhängigkeit von Russland zu verringern, während sich Russland seinerseits bemüht, sich von den Transportrouten durch die Ukraine nach Europa – seinem größten Markt – zu lösen. Die South-Stream-Pipeline könnte jährlich bis zu 60 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa leiten und somit zehn Prozent des europäischen Jahresverbrauches abdecken.

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