Streit zwischen Präsidenten und NBA-Profi: Türkischer Pass wird annulliert

Dem türkischen Basketball-Profi ist die Einreise nach Rumänien verweigert worden, nachdem sein türkischer Reisepass annulliert worden war.

In einem Twitter-Video, das er im Flughafen von Bukarest aufnahm, berichtete der 25-Jährige, dass er seit Stunden von zwei Polizisten festgehalten werde. Kanter steht in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA bei den Oklahoma City Thunder unter Vertrag. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wollte Kanter vor Ort Veranstaltungen besuchen, die in Verbindung zur Bewegung des Gelehrten Fethullah Gülen stehen, die die türkische Führung für den vom Juli 2016 verantwortlich macht. Kanter ist bekennender Anhänger der Gülen-Bewegung. Der Sprecher des rumänischen Zolls, Fabian Badila, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass Kanter Rumänien verlassen habe und auf dem Weg zurück in die USA sei.

Kanter: Erdogan ist ein schlechter Mann

Im Twitter-Video bezeichnete Kanter seine «politischen Ansichten» als Grund für den Vorfall. Außerdem stellte er den türkischen Staatspräsidenten als Verantwortlichen dar und kritisierte ihn scharf: «Er hat in Washington Leute attackiert. Er ist ein schlechter, schlechter Mann. Er ist ein Diktator und er ist der Hitler unseres Jahrtausends.»

 

Kanter hatte Erdogan schon in der Vergangenheit immer wieder öffentlich kritisiert. In seiner Heimat ist er dadurch in Ungnade gefallen. Im vergangenen Sommer verstieß ihn sein Vater in einem öffentlichen eBrief und forderte ihn auf, einen anderen Nachnamen anzunehmen. In die türkische wird Kanter seit Jahren nicht mehr berufen.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk Sport sagte der Profi vergangenes Jahr: „Weil ich gegenwärtig in den USA unter Vertrag stehe und weil ich in der NBA spiele, können sie mir nicht anderweitig schaden. Ich bin mir ganz sicher, dass sie das zur Weißglut bringt. Ihre größte Rache mir gegenüber ist es bisweilen, mich von der Nationalmannschaft auszuschließen“. Nun hat ihn der Schock in Budapest getroffen. Kanter hat vorerst keinen .

dpa/