Engländer nach 1:1 gefrustet – Soldado rettet Spaniens Serie

(dpa) – Nicht einmal der späte Ausgleich durch Frank Lampard konnte die Kritiker in England besänftigen. „Die löschen ganz sicher das olympische Feuer und den olympischen Geist aus“, schimpfte das Boulevardblatt „The Sun“ auf die „Three Lions“, die durch das magere 1:1 gegen die Ukraine einen Sechs-Punkte-Start in der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft vermasselt hatten. Weltmeister Spanien durfte sich derweil bei Roberto bedanken, dass seine stolze Serie nicht ausgerechnet in Tiflis riss. In der 86. Minute verwertete der 27-Jährige vom FC Valencia eine Vorlage des gerade eingewechselten Cesc Fabregas zum 1:0 gegen Georgien, dem 23. Sieg in einem EM- oder WM-Qualifikationsspiel nacheinander.

Weltmeisterlichen Glanz verbreitete „La Roja“ allerdings nicht. „Soldado verhindert ein Trauma“, titelte die Madrider „El País“ am Mittwoch. Als „schwerfällig“ bezeichnete das Sportblatt „Marca“ den Auftritt des Titelverteidigers. Trainer Vicente Del Bosque musste lange Zeit die fehlende Dynamik im Angriff bemängeln, doch vier Minuten vor Schluss war aller Ärger verraucht, als Soldado traf. Dieses erlebte David Villa von der Ersatzbank aus. Del Bosque verzichtete auf einen Einsatz des -Stürmers, der sich vor neun Monaten bei der Club-WM in Japan das Schienbein gebrochen hatte.

Auf der Insel ist es mit der Hochstimmung erst einmal vorbei, auch wenn Trainer Roy Hodgson weiter unerschütterlich Optimismus verbreitet: „Ich bin jetzt noch zuversichtlicher, dass wir die Spieler haben, die England Rio führen können.“ Doch die „Sun“ erklärte die „Flitterwochen“ mit dem erst im Mai zum Nationaltrainer berufenen 65-Jährigen schon für beendet. Weil Lampard in der 87. Minute vom Elfmeterpunkt aus traf, blieb den ersatzgeschwächten Engländern immerhin die erste Heimniederlage in der WM-Qualifikation seit dem 0:1 gegen vor zwölf Jahren erspart.

Frankreich lag nach dem 3:1 gegen Weißrussland Franck Ribéry zu Füßen. „Es ist lange her, dass Ribéry ein so gelungenes Spiel im blauen Trikot gezeigt hat“, schrieb die Zeitung „Le Parisien“ über den Bayern-Star, der als Vorbereiter und Schütze des dritten Tores glänzte. Auch „Bleus“-Trainer Didier Deschamps schwärmte: „Er ist ein Topmann. Er war spielentscheidend.“ Nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel ist Ribéry vorsichtig optimistisch für das Top-Duell der Gruppe I am 16. Oktober bei Welt- und Europameister Spanien. „Wir wollen das Spiel gewinnen, wissen aber: Das wird sehr hart.“

Beim Vize-Europameister lief es auch im zweiten Spiel alles andere als rund, aber Italiens Coach Cesare Prandelli versprach den Tifosi nach dem mickrigen 2:0 gegen Malta baldige Besserung. „Bis zum nächsten Spiel gegen Armenien im Oktober werden wir stärker sein“, versicherte der 55-jährige Coach. Im September habe sich die „Squadra Azzurra“ immer schon schwergetan. „Das Team ist derzeit nicht brillant“, räumte Prandelli ein. Deshalb müsse er mit den vier Punkten aus den ersten beiden Spielen zufrieden sein. Mattia Destro und ein Eigentor von Andrew Cohen sorgten für die Punkte gegen Malta.

Auch ohne Arjen Robben lieferte Oranje in Ungarn eine Topleistung ab. „International gesehen ist das ein fantastisches Ergebnis“, sagte der neue Bondscoach Louis van Gaal nach dem 4:1-Sieg seiner Elftal in Budapest. „Zwei Spiele, sechs Punkte und sechs Treffer, das ist ein guter Start.“ Auf Robbens Einsatz im Ferenc Puskas-Stadion hatte van Gaal verzichten müssen, weil der Münchner nach dem Aufwärmen über Leistenprobleme klagte. Doch auch ohne den Flügelflitzer lief es bestens. Robben-Vertreter Jeremain Lens (2./52. Minute), Bruno Martens (18.) und der für Robin van Persie eingewechselte Schalker Klaas Jan Huntelaar (73.) trafen für Oranje. Am Freitag hatte Holland zum Auftakt die mit 2:0 besiegt, die ihrerseits gestern einen ungefährdeten 3:0-Pflichtsieg gegen Estland einfuhr.

Mehr Mühe als erwartet hatte Deutschlands Gruppengegner Schweden mit Außenseiter Kasachstan. Durch Rasmus Elm und HSV-Profi Marcus Berg gelang in Malmö ein 2:0. Leichter fällt das Toreschießen zurzeit den Bosniern: Dem 8:1 gegen Liechtenstein ließ die Elf ein 4:1 gegen Lettland folgen. Mit Zvjezdan Misimovic (2) und Edin Dzeko waren auch wieder zwei ehemalige Bundesliga-Profis unter den Torschützen.