Zwischen der Türkei und dem Iran bahnt sich ein Energiestreit an. Grund dafür sind die hohen Erdgaspreise aus dem Iran. Die Türkei will sein Nachbarland zu besseren Preis zwingen und will den Fall vor die Internationale Handelskammer bringen. Bislang sieht es aber für die Türkei schlecht aus. Als Grund sehen Experten, dass die türkische Pipeline-Gesellschaft Botaş nicht immer die vereinbarte Menge abgenommen hat. Das könnte bei einem endgültigen Urteil durch die Richter zu Ungunsten der Türkei ausgelegt werden.

Erdgas-Liefervertrag läuft erst 2026 aus

Zwischen beiden Ländern besteht seit 1996 ein Liefervertrag, wonach sich die Türkei verpflichtet hat von seinem Nachbarn jährlich 9,6 Milliarden Kubikmeter Erdgas zu kaufen. Die Türkei erfüllt ihre Pflichten, wenn es mindestens 8,1 Milliarden Kubikmeter abnimmt. Sollte die Türkei aber weniger Gas abnehmen, muss das Land dennoch die Differenz zur Mindestmenge an den Iran zahlen. Der Vertrag läuft erst 2026 aus.

Iran kann im Winter nicht gewünschte Menge an die Türkei liefern

Auch von Seiten des Iran gibt es Probleme bei den Energielieferungen. Das Land sieht sich verpflichtet, zunächst den heimischen Markt mit Erdgas zu beliefern. In den Wintermonaten kommt es daher immer wieder zu Engpässen, so dass die Türkei nicht die gewünschte Menge geliefert bekommt. Das türkische Energieministerium sieht darin einen Grund, den Iran zu günstigeren Preisen bei Erdgas zu zwingen.

Türkei zahlt höchsten Erdgaspreis an Iran

Die Türkei kauft sein Erdgas aus verschiedenen Ländern ein. Der Iran verlangt mit 480 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter Erdgas aber den höchsten Preis. In Russland kostet die selbe Menge dagegen 417 US-Dollar. Am günstigsten bekommen die Türken ihr Erdgas mit 341 Dollar pro 1.000 Kubikmeter aus Aserbaidschan.