Die Stadtverwaltung von Gölbaşı in Aydiman lädt zum
Die Stadtverwaltung von Gölbaşı in Aydiman lädt zum "heiligen Geburtstag" von Präsidenten Erdogan ein.

Nach einer Einladung an die Einwohner Adıyamans, den Geburtstag des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu feiern, ist in den sozialen Medien ein Shitstorm ausgebrochen. Ein Plakat im Bezirk Gölbaşı hatte die Menschen dazu eingeladen. Es erinnert in seiner Aufmachung an die Feierlichkeiten, die in der Türkei im Rahmen des Geburtstages des Propheten (Kutlu Doğum – Heilige(r) Geburt(stag)) begangen werden. Die scharfen Reaktionen rührten daher, dass vor allem streng gläubige Muslime grundsätzlich keine Geburtstage feiern und wenn, dann als „heiligen Geburtstag“ nur jenen des Propheten Muhammed.

Das Plakat lädt zu einem „Programm der Einheit und des Zusammenhaltes, das anlässlich des Geburtstags unseres Präsidenten stattfindet“. Die Feier wird von der Stadtverwaltung der Gemeinde Gölbaşı organisiert. Außerdem ist auf dem Plakat eine rote Rose abgebildet und ein Zitat des Präsidenten Erdoğans zu sehen: „Wir sind gekommen, um die Diener dieser Nation zu sein, nicht ihre Herren.“

Für die Feier, welche am Donnerstag, den 26. Februar, stattfinden soll, sind folgende Aktivitäten geplant: Eine Rede des Theologen Ömer Döngeloğlu, ein Konzert mit religiösem Gesang mit Recep Aslan und Bilal Göregen sowie ein Auftritt von tanzenden Derwischen. Der türkische Präsident wird am Donnerstag 61.

Döngeloğlu zeigte sich nach Bekanntwerden des Plakats irritiert. Man habe ihm nur gesagt, dass er eine Rede mit religiöses Inhalt halten solle. Von einem solchen Programm, geschweige denn einer Feier für den Präsidenten wisse er nichts. „Falls es dabei bleibt, komme ich nicht“, sagte der Theologe.

Erdoğan mit dem Propheten gleichgesetzt?

Die genannten Aktivitäten, die anlässlich des Geburtstags des türkischen Präsidenten stattfinden, werden normalerweise zu Ehren des Geburtstages des Propheten Muhammed abgehalten.

Indem die Stadtgemeinde Gölbaşı die Anzeige mit der Einladung über Twitter verbreitete, löste sie große Empörung bei Usern des Kurznachrichtendienstes aus. Ein Tweet beschuldigte die Stadtgemeinde der Idolatrie: „Der Oscar in der Kategorie ‚Kriecherei der lokalen Stadtverwaltung’ geht an Gölbaşı…“

Einige Politiker der regierenden Adalet ve Kalkınma Partisi (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung, AKP) hatten bereits im Vorfeld für öffentliches Aufsehen gesorgt, indem sie den Präsidenten Erdoğan mit Lobpreis überhäuft hatten. In der Provinz Aydın hatte Politiker İsmail Hakkı Eser den türkischen Präsidenten als zweiten Propheten bezeichnet. Ein weiterer AKP-Politiker, Hüseyin Şahin sagte, dass Erdoğan zu berühren eine Form des Gebetes sei, während AKP-Politiker Fevai Arslan Erdoğan alle Eigenschaften Gottes zugeschrieben hatte.

Muslime glauben daran, dass der Prophet Muhammed der letzte von Gott gesandte Prophet ist. Einen Menschen nach ihm als Propheten zu bezeichnen, gilt als Sünde.