Der neue Staatspräsident der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, wird es etwas luxoriöser haben als seine Vorgänger. Sein neuer Amtssitz soll 350 Millionen Dollar kosten. Das Riesengebäude soll Hunderte von Zimmern haben. Dem neuen Staatschef steht auch ein höheres Budget zur Verfügung. Dieses wird von 266,5 Millionen TL in diesem Jahr auf 397 Millionen TL für das Jahr 2015 angehoben – ein Anstieg von 48,97 Prozent. Zuvor waren in der türkischen Presse Meldungen erschienen, wonach das Budget sogar verdoppelt werden sollte. Das Büro des Präsidenten dementierte das.

Hohe Inflation macht einfachen Staatsbediensteten zu schaffen

Die Staatsbediensteten werden nicht so gut davonkommen. Für sie sind derzeit für 2015 eine Lohnerhöhung von drei Prozent im Januar und dann weitere drei Prozent im Juli kommenden Jahres vorgesehen. Zu schaffen macht den Menschen auch die hohe Inflation. In diesem Jahr liegt die Inflation bei über neun Prozent. Der Vorsitzende der Gewerkschaft des Personals in Gesundheitsberufen (Sağlık-Sen), Mehmet Bayraktar, kritisiert die Regierung, weil Beamte unter der Last der Verteuerung leiden müssen. „Während alle Beamten Verluste hinnehmen müssen, hat die Regierung die Gehälter der Richtern um 1115 TL erhoben und die der übrigen Akademiker im Staatsdienst um 835 TL. Ist das passend?“, fragt Bayraktar. Der Gewerkschafter sieht die drei Millionen Beamte als Inflationsgeschädigte.

Regierung erwartet 2015 stabiles Wachstum

Die Regierung erwartet dennoch im kommenden Jahr ein stabiles Wachstum. Finanzminister Mehmet Şimşek plant keinen neuen Haushalt. Auch sind keine Steuererhöhungen geplant. „Derzeit gibt es keine neuen Anstrengungen bezüglich der Steuern “, sagte der Minister.