Mordi und Natalie Oknin sprechen nach ihrer Freilassung mit Journalisten, nachdem sie eine Woche lang wegen Spionageverdachts in der Türkei festgehalten wurden. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa

Ein israelisches Paar, das in der Türkei verhaftet worden war, ist wieder auf freiem Fuß. Der Spionagevorwurf habe sich nicht erhärtet. Die Affäre hat eine Vorgeschichte.

„Nach gemeinsamen Bemühungen mit der Türkei sind Mordi und Natalie Oknin aus dem Gefängnis entlassen worden und befinden sich auf dem Heimweg nach Israel“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des israelischen Regierungschefs Naftali Bennett und Außenminister Jair Lapid.

Auf Videobildern war zu sehen, wie die beiden nach der Ankunft in Israel aus einem kleinen Flugzeug stiegen und von erleichterten Angehörigen in den Arm genommen wurden. Bennett und Lapid dankten dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und seiner Regierung „für ihre Kooperation“ sowie dem israelischen Präsidenten Izchak Herzog.

Spionage-Vorwurf fallengelassen

Die Israelis waren verhaftet worden, weil sie in Istanbul ein Privathaus Erdoğans fotografiert haben sollen. Zusammen mit einem Türken drohte ihnen eine Anklage wegen Spionage. Nach israelischen Medienberichten hatte die Frau ihrer Familie zuhause in Israel ein Foto des Gebäudes mit den Worten geschickt: „So ein schönes Haus.“

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, das Pärchen habe das Haus aus dem Fenster eines Aussichtsturms fotografiert. Die beiden waren nach israelischer Darstellung in der Türkei, um einen Geburtstag zu feiern. Beide seien Busfahrer.

Diplomatische Eiszeit

In der Türkei ist es grundsätzlich verboten, in militärischen Zonen und sonstigen Sicherheitszonen ohne Genehmigung Fotos zu machen. Im Oktober hatten türkische Medien berichtet, es seien mehrere israelische Agenten verhaftet worden. Die Beziehungen beider Länder gelten seit langem als gespannt.

Bei der Erstürmung des Schiffs „Mavi Marmara“ durch israelische Soldaten 2010 waren zehn Türken getötet worden. Nach einer diplomatischen Eiszeit zahlte Israel 20 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen.

dpa/dtj