Entgegen der Ankündigung der Regierung sprach sich Präsident Erdoğan gegen ein Beobachtungs-Gremium für den Friedensprozess mit der PKK aus.
Entgegen der Ankündigung der Regierung sprach sich Präsident Erdoğan gegen ein Beobachtungs-Gremium für den Friedensprozess mit der PKK aus.

Zur Befreiung der rund 80 türkischen Geiseln im Nordirak will Ankara nicht militärisch eingreifen. Die Regierung bemühe sich um eine diplomatische Lösung der Krise, sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan am Freitag bei einer Rede vor Anhängern in der Stadt Rize am Schwarzen Meer. „Die Sicherheit unser Bürger ist das Wichtigste“, sagte Erdoğan.

Es war die erste öffentliche Äußerung Erdoğans zu der Geiselnahme. Die „djihadistischen“ Terroristen vom „Islamischen Staat im Irak und in Syrien“ (ISIS) hatten in der von ihnen besetzten irakischen Stadt Mossul am Dienstag 31 Lkw-Fahrer verschleppt. Am Mittwoch stürmten Extremisten in Mossul das türkische Konsulat und nahmen 49 Geiseln, darunter den Konsul.

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier erwartet unterdessen nach dem Vormarsch der Terrorgruppe ISIS im Irak keine baldige Lösung. Für den Irak gebe es keine „schnelle Antwort“, sagte er am Freitag in Berlin. ISIS sei in der Region mittlerweile ein Machtfaktor mit einem „Potenzial, das weit über terroristische Anschläge hinausgeht“. Der SPD-Politiker warnte zugleich vor einem „unregierbaren Raum zwischen Syrien und Bagdad“. An die irakische Politik appellierte er, schnellstmöglich eine handlungsfähige Regierung zu bilden. (dtj/dpa)