SPERRFRIST 02.11.2016 um 06:00 UHR - ARCHIV - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht vor Anhängern am 28.08.2016 in Gaziantep. EPA/SEDAT SUNA (zu dpa "Für Reporter ohne Grenzen ist Erdogan ein «Feind der Pressefreiheit" vom 01.11.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Trotz der angespannten Beziehungen zwischen Europa und der Türkei hat sich für Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan das Thema EU-Beitritt vorerst noch nicht erledigt. Die Empfehlung des Europaparlaments zum Einfrieren der Beitrittsverhandlungen habe die Türkei gekränkt. „Dennoch haben wir im Moment – seht, ich sage im Moment – das Kapitel Europäische Union noch nicht abgeschlossen“, sagte Erdoğan am Dienstag in Istanbul.

Er mahnte zugleich, die derzeitige Situation rufe keine positiven Erwartungen hervor. „Für die Türkei gibt es immer eine Vielzahl an Alternativen“, sagte Erdoğan.

Vergangene Woche hatte das Europaparlament der Kommission und den Mitgliedstaaten empfohlen, vorerst nicht weiter mit Ankara über einen EU-Beitritt zu reden. Die Resolution ist rechtlich nicht bindend, hat jedoch große Symbolkraft.

In einer ersten Reaktion auf die Entscheidung hatte Erdogan mit der Aufkündigung des Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei gedroht. Das im März geschlossene Abkommen sieht unter anderem vor, dass Europa alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. (dpa/dtj)