ARCHIV - Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani (l) am 21.05.2017 mit US-Präsident Donald Trump in Riad (Saudi-Arabien). Mehrere arabische Golfstaaten und Ägypten haben die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Das von mehreren Golfstaaten isolierte Emirat Katar fordert eine aktivere Rolle der Vereinigten Staaten bei der Lösung der Krise. «Die amerikanische Rolle ist wichtig, da alle Parteien des Konflikts Verbündete Washingtons sind», erklärte Außenminister Mohammed bin Abdulrahman al-Thani am Freitag. Die USA müssten weiterhin Druck auf alle Konfliktparteien ausüben, um eine Lösung zu erreichen. US-Präsident Donald Trump sprach am selben Tag mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan über die Krise.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten hatten Anfang Juni die Beziehungen zu Katar gekappt. Sie warfen dem gasreichen Golfstaat offiziell Terrorfinanzierung vor.

Katars Außenminister Al-Thani sagte, Trump hätte wissen können, dass dies eine falsche Behauptung sei. Dafür habe Trump nur seine Ministerien nach Katars Rolle im Kampf gegen Terroristen fragen müssen, fügte Al-Thani hinzu.

Trump hatte Katar in den vergangenen Wochen mehrmals als langjährigen finanziellen Unterstützer von Terrorismus gebrandmarkt. Sein Außenminister Rex Tillerson äußerte sich dagegen deutlich gemäßigter und rief Saudi-Arabien und die anderen Staaten auf, die Blockade zu beenden.

Trump-Erdoğan-Gespräch

Das Weiße Haus teilte am Freitag mit, Trump habe mit Erdoğan über Wege gesprochen, wie die Auseinandersetzung gelöst werden könne, und man zugleich gewährleisten könne, dass alle Länder daran arbeiteten, die Finanzierung von Terrorismus einzustellen. Die Türkei ist ein enger Verbündeter Katars. Erdoğan hatte das Vorgehen gegen das Land wiederholt kritisiert und den saudischen König Salman gebeten, den Konflikt beizulegen.

Am Montag soll nach arabischen Medienberichten ein Ultimatum der Anti-Katar-Koalition an das Emirat auslaufen. Die Staaten hatten von Katar unter anderem gefordert, binnen zehn Tagen seine Beziehungen zum Iran einzuschränken, die türkischen Soldaten aus dem Land zu schicken und den Nachrichtensender Al-Dschasira zu schließen.

Letzteres stieß auf Kritik der Vereinten Nationen. Dies sei ein «inakzeptabler Angriff auf das Recht der freien Meinungsäußerung», sagte Rupert Colville, Sprecher des UN-Menschenrechtskommissars, am Freitag in Genf. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten sollten einfach eine öffentliche Debatte darüber anstrengen, falls sie Probleme mit ausländischen TV-Sendern hätten, betonte Colville vor Reportern weiter.

dpa