Nach Abbruch der Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung in Deutschland

Erdogan über Jamaika: „Die kriegen es nicht hin!“

von Ahmet Fevki Dursun

Jamaika. Für einen experimentellen Koalitionsversuch in Deutschland ein denkbar schlechter Name. Menschen verbinden mit Jamaika Sonne, Ruhe und Entspannung. Aber in der dreier Konstellation von CDU/, und war weder Sonnenlicht am Horizont, noch Ruhe für Deutschland und Entspannung für den europäischen Wirtschaftsmarkt zu sehen. Einzig schien die relaxte Haltung des Co-Vorsitzenden Cem Özdemir beim Thema Cannabis-Legalisierung zu dem Koalitionsnamen „Jamaika“ zu passen. Am Ende hat seine FPD über die 5 Prozent Hürde gebracht, sie in die Koalitionsverhandlungen geführt und auch wieder rausgezogen. Die Welt staunt. Deutschland, das Land politischer Stabilität hat diesen Ruf vorerst verloren und die internationalen Reaktionen hätten nicht unterschiedlicher ausfallen können, als es nun gekommen ist. Während sich die einen freuen, über Deutschland kichern, weil sich ein als Popfigur geouteter Politiker eine weitere Inszenierung gönnt, bangen andere, die ihre letzte Hoffnung in die Europäische Union legen. Und ein Politiker aus dem Ausland hat alles vorhergesehen. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Als in Deutschland am Abend des 24. September die Bundestagswahlen vorüber waren, stand ein kompliziertes Gebilde fest. Die Mehrheit der etablierten Parteien fühlten sich wie Verlierer. Wie sollen sie sich auch sonst fühlen. Die CDU verlor ganze 8 Prozent, die SPD holte mit 20,5 Prozent das schlechteste Ergebnis der Parteigeschichte, die rechte zog als drittstärkste Partei in den Bundestag und Grünen und FDP zogen ebenfalls in das Parlament. Kurze Zeit darauf meldete sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu Wort und gab ein Statement ab. Seine langjährige Erfahrung in internationaler Politik, die strikte Haltung zu seinem Land, der analytische Scharfsinn, den der türkische Staatspräsident vielleicht ein Stück weit aus seinem Amt schöpft, ließ ihn das heutige Jamaika-Debakel vorhersehen.

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„Ihr werdet sehen, sie werden keine Regierung bilden können“

Seine Worte waren wie folgt: „Ihr alle hat gesehen, wie sie die beim Referendum angegriffen haben. Jetzt greifen sie bei ihren Wahlen uns an. Was hat das mit uns zu tun. Warum versucht ihr uns bei ihren Serien auszunutzen. Ihr werdet sehen, sie werden keine Regierung bilden können. Das wird sie mindestens Mal par Monate kosten. Schaut euch Holland an. Sie machen keine aufrichtige Politik“.

Hört endlich auf die Türkei anzugreifen. Kehrt vor eurer eigenen Haustüre. Mit so viel brauner Scheiße wie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatte Deutschland nicht mehr zu tun. Das dampft gewaltig. Wenn wir nach möglichen Neuwahlen im Frühling 2018 nicht von einer St.Pauli reden wollen, sollten Merkel, Schulz, Cem und Co. dringend anfangen, die eigenen Geister zu bekämpfen. Wie mit inländischen Bedrohungen umzugehen ist, kann der türkische Staatspräsident seine Expertise beisteuern. Nach diesen Nachhilfeeinheiten könnt ihr die EU-Milliarden an die Türkei vielleicht ein Stück weit besser verkraften.