Foto: Türkisches Präsidialamt, abrufbar unter: https://www.tccb.gov.tr/haberler/410/107190/-tarih-boyunca-cografyamiz-insanlik-vicdaninin-merkezi-olmustur-

Erstmals seit Gründung der Türkischen Republik im Jahr 1923 wird in dem Land eine christliche Kirche gebaut. Das Gotteshaus in Istanbul werde in zwei Jahren fertiggestellt sein, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan am Samstag bei einer Zeremonie zum Baubeginn. Es sei eine Bereicherung für die Türkei, ergänzte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. An der Zeremonie zum Baubeginn nahm nehmen Erdoğan und weiteren AKP-Anhängern auch der neu gewählte Oberbürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoğlu (CHP), teil. Imamoğlu sagte, dass die Stadtverwaltung Istanbul eine besondere Sensibilität zu allen Glaubensrichtungen, die in der Stadt leben, haben werde.

Vatikan-Botschafter lobt Geschlossenheit von Erdoğan und Imamoğlu

Der Vatikan Botschafter Paul Russel lobte die Geschlossenheit von Erdoğan und Imamoğlu:  „Die größte Eigenschaft des Satans ist es, die Menschen zu teilen. Ihre zusammenbringende Art ist zu einer Hoffnung geworden. Istanbul ist für Katoliken eine sehr wichtige Stadt. Auch wenn nicht allzuviele hier leben, sind unsere Wurzeln verbunden und stark. Deshalb ist Istanbul für uns eine wichtige Stadt.“

„Historischer Tag“

Die Kirche der christlich-syrischen Minderheit soll im Stadtteil Yesilköy entstehen. Die Genehmigung hatte die islamisch-konservative AKP-Regierung 2015 erteilt. «Dies ist ein historischer Tag», sagte das Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche für Istanbul und Ankara, Yusuf Cetin. Die Zahl der syrisch-orthodoxen Gläubigen in Istanbul wird auf 17 000 geschätzt.

Die Bevölkerung der Türkei ist zu mehr als 99 Prozent muslimisch. Seit der Republikgründung im Jahr 1923 durfte die christliche Minderheit ihre Kirchen zwar meist renovieren, ein Neubau war bislang aber noch nicht genehmigt worden.