Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Istanbul das Video vom Massaker in Christchurch/Neuseeland gezeigt

Am 31. März finden in der Türkei landesweit Kommunalwahlen statt. Was in vielen Ländern vergleichsweise ein Ereignis von geringerer Bedeutung ist, bedeutet in der Türkei für zahlreiche Politiker und für ganze Parteien „Alles oder Nichts“. Deshalb können sämtliche Kandidaten der AKP auf den Staatspräsidenten zählen. Doch dieser richtet mehr Schaden an, als einen Vorteil zu verschaffen.

Als Recep Tayyip Erdogan zuletzt Wahlkampf für die Bürgermeisterwahlen in der Türkei auf der Bühne stand, wandte sich sein Blick auf eine große Leinwand. Mit dem wandernden Blick des großen „Reis“ hat sich auch der Blick der Zuhörer zur großen Leinwand geschwenkt. Zum Entsetzen vieler wurde dann dort das Video vom Massaker in Neuseeland abgespielt. Während Facebook und andere soziale Medien aus Anstand und dem Respekt vor den verstorbenen Menschen die Videos löschten, wurde das Video bei einer Wahlkampfveranstaltung für die Bürgermeisterwahlen in der Türkei abgespielt. Unter den Zuschauern waren auch Kinder, die mit ihren Eltern zusammen gekommen waren um den „Reis“ einmal live zu erleben.

Schwache Umfragewerte für AKP

„Meine Geschwister, ich möchte euch jetzt einmal mit nach Neuseeland nehmen. Ich sehe einen Nutzen darin, dass wir die Ereignisse Mal auf einer Leinwand anschauen“. Mit diesen Worten moderierte Erdogan das Massaker-Video an. Angesichts der zuletzt schwachen Umfragewerte der AKP, hat der erfahrene Politiker und Staatspräsident nun rhetorisch aufgerüstet. Zuletzt sprach er von wirtschaftlichen Rückschlägen aufgrund eines neuen „Kreuzzuges“ gegen die Türkei. Unterstützung bekommt der immer noch sehr beliebte Erdogan insbesondere von Devlet Bahceli, dem Vorsitzenden der nationalistischen MHP. Genau diese von Erdogan angeprangerten Kreuzritter wolle er in ihrem Blut tränken.

Terrorist von Neuseeland will Istanbul erobern

Ein Blick in das geisteskranke Geplänkel des Terroristen Brenton Tarrant, das als dessen Manifest beschrieben wird, zeigt: Er sieht auch die Eroberung Istanbuls vor. Passend zur Warnung der AKP und MHP über die Kreuzzüge des Westens, spricht Tarrant von seinen krankhaften Plänen.

Die Opfer des Massakers

Der Terrorist Tarrant hat 49 Menschen eiskalt und brutal getötet, mindestens genauso viele Menschen verletzt. Dabei hat Tarrant nicht einmal Halt vor Kindern gemacht. In diesem Beitrag auf DTJ-Online erfahren Sie mehr über die Opfer des Massakers in Christchurch/Neuseeland.