Über 430.000 Menschen geflüchtet

Erdogan zu Myanmar: «Das ist ein Genozid»

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat das Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar erneut als Völkermord bezeichnet. «Hier findet ganz offensichtlich ein Genozid statt», sagte Erdogan am Montag in Istanbul.

Er kritisierte zudem, dass der Westen keine Sanktionen verhänge und sagte: «Und reden die, die der Welt etwas über islamischen Terror erzählen etwa über christlichen Terror? Reden sie vom jüdischen Terror? Sagen sie buddhistischer Terror? Das tun sie nicht. Sie zeigen die Buddhisten stets als Boten der Gutwilligkeit.» Im Moment finde in Myanmar ein «buddhistischer Terror» statt.

«Die Sache ist ernst»

Mit Blick auf den Westen sagte er weiter: «Mit Yoga oder dergleichen könnt Ihr das nicht abtun. Die Sache ist ernst.»

Seit dem 25. August sind der Internationalen Flüchtlingsorganisation IOM zufolge rund 430 000 Rohingya aus Myanmars Bundesstaat Rakhine in das überwiegend muslimische Bangladesch geflüchtet.

Die Menschen fliehen nach eigenen Angaben vor Mobs und Sicherheitskräften, die ihre Dörfer niederbrennen. Das buddhistische Myanmar verweigert den meisten Rohingya die Staatsbürgerschaft und bezeichnet sie als illegale Migranten, obwohl die meisten seit Generationen in der Küstenregion Rhakine leben.

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dpa/dtj