Die Spieler von Sivas feiern das späte Siegtor in Georgien. Foto: Sivasspor

Während Galatasaray sich blamierte und Trabzonspor nicht über ein Remis hinauskaum, holte Sivasspor ein gutes Ergebnis für das Rückspiel. Alle drei Teams werden nächste Woche für den Verbleib in Europa antreten.

Es läuft einfach nicht im türkischen Fußball. Nach Jahren des langsamen, aber stetigen Abstiegs ist man endgültig in den Niederungen der internationalen Wettbewerbe angekommen. Längst vorbei die Zeiten, in denen die Vizemeister oder Drittplatzierten direkt für die Gruppenphasen oder zumindest die Playoffs qualifiziert waren und erst Ende August oder im September ins Geschehen eingriffen. Einen Anteil an der Entwicklung hat natürlich auch das Aufblasen durch die UEFA: Es gibt nicht nur mehr Spiele, sondern neuerdings auch wieder drei Wettbewerbe. Statt wie früher nach Mailand oder Sevilla geht es jetzt für die türkischen Vertreter bereits oft schon im Juli vermehrt in Länder wie Norwegen, Schottland oder Georgien.

Aus diesen drei Ländern kommen nämlich die aktuellen Gegner der türkischen Clubs in der Europa League- bzw. Europa Conference League-Qualifikation. Galatasaray, das als türkischer Vizemeister zunächst in der Champions League-Quali antreten durfte, dort hochkant rausflog und sich nun in der Qualifikation für die Europa League versuchen darf, bekam es gestern im eigenen Stadion mit dem schottischen Team FC St. Johnstone zu tun. Doch Fatih Terims Team konnte auch dieses Mal nicht gewinnen. Die Gelb-Roten, die nach dem Gegentor und der Roten Karte für Keeper Muslera in der 58. Minute über eine halbe Stunde in Unterzahl spielen mussten, kamen durch Neuzugang Sacha Boey zumindest zu einem Unentschieden. Kommenden Donnerstag geht es dann in Schottland um den Einzug in die Playoffs. Damit konnte Galatasaray in den letzten 38 Spielen in Europa zum 34. Mal (!) nicht gewinnen. Deutlicher kann man den Niedergang und die Schmerzen des türkischen Vereinsfußballs wohl nicht ausdrücken.

Trabzon: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2 – 3:3

Nicht ganz so dramatisch sah es für die türkischen Teams in der 3. Qualifikationsrunde der neu geschaffenen Europa Conference League aus. Trabzonspor trat zunächst ebenfalls zuhause an, Gegner war Molde FK aus Norwegen. Obwohl die Bordeaux-Blauen während des gesamten Spiels dreimal in Führung gingen, konnten sie ihre Überlegenheit nicht über die Ziellinie bringen und verließen das Feld mit einem 3:3-Unentschieden. Das Rückspiel findet nächste Woche in Norwegen statt.

Immerhin Sivasspor gelang es, sich einen Vorteil zu verschaffen. Die Yiğidos waren zu Gast beim georgischen Team Dinamo Batumi. Nach einem 0:1-Rückstand konnten sie das Spiel noch drehen und gewannen mit 2:1. Das Siegtor fiel in der fünften Nachspielminute. Das Rückspiel steigt am Donnerstag, 12. August, in Sivas.