Beim offiziellen Besuch der Bundeskanzlerin in der Türkei kam auch die Eröffnung neuer Verhandlungskapitel im Rahmen des Beitrittsprozesses der Türkei in die Europäische Union (EU) zur Sprache. Schon jetzt gibt es aber ablehnende Signale von Seiten der Regierung des griechischen Teils von Zypern.

Der griechisch-zypriotische Regierungssprecher Nikos Hristodulitis knüpfte die Eröffnung des 23. und 24. Verhandlungskapitels an die Rückgabe der Stadt Maraş (Varosia auf Griechisch), die bei der Militärintervention von 1974 in türkische Hände fiel. Hristodulitis sagte: „Dies würde uns die Möglichkeit der Überprüfung der Wahrscheinlichkeit der Eröffnung neuer Verhandlungskapitel geben“.

Ministerpräsident Nikos Anastasiadis dagegen knüpft ihre Zustimmung zu neuen Verhandlungen an die Anerkennung des griechisch-zypriotischen Teils der Insel sowie die Öffnung türkischer Häfen für ihre Schiffe.

Das Gebiet Varosia beziehungsweise Maraş ist eine Geisterstadt am Stadtrand von Famagusta im Osten der Insel. Seit 1974 gehört sie de facto zur Türkischen Republik Nordzypern und ist militärisches Sperrgebiet. Die Mittelmeerinsel Zypern ist seit 1974 geteilt, während der griechische Teil der Insel EU-Mitlgied ist, wird der türkische Teil international nicht als Staat anerkannt.