Flucht aus der Türkei im Ausnahmezustand

Erste tote politische Flüchtlinge aus der Türkei

Eine fünfköpfige türkische Familie ist nach einem Bericht des griechischen Mediums Greek Reporter auf der von der im Ägäischen Meer ums Leben gekommen. Die Leichen der drei Kinder seien an die Küste der griechischen Insel angespült worden, so das Medium.  

Von den Eltern der drei Kinder gibt es jedoch noch keine Spur. Das Boot kenterte in der vor der Westküste der Türkei. Regierungskritische türkische Medien berichten, dass die türkische Regierung auf Fahndung nach der Familie Maden war. Grund dafür soll die Nähe zur  Gülen-Bewegung sein. Anhängern der Gülen-Bewegung um den in den im US-Exil lebenden Prediger wird von Seiten der türkischen Regierung vorgeworfen, den vom 15. Juli 2016 organisiert zu haben. Gülen und seine Anhänger weisen die Vorwürfe zurück. Gülen selbst fordert eine internationale und unabhängige Kommission zur Aufklärung der Vorfälle des Putschnachts.

Verwandte haben zuletzt vor 20 Tagen SMS erhalten

Verwandte der Familie sollen zuletzt vor 20 Tagen eine SMS erhalten haben, in welcher der Familienvater schrieb, dass sie Lichter der Insel Lesbos gesehen hätten und fast am Ziel wären. Danach hätten sie nichts mehr gehört. 

 Die Namen der Opfer lauten wie folgt: Die Mutter Nur Maden, der Vater Hüseyin Maden und die Kinder Nadire Maden, Bahar Maden und Feridun Maden.

Türkische Behörden haben noch nicht reagiert

In der Türkei ist es im Ausnahmezustand üblich geworden, dass die Regierung die Pässe von Oppositionellen einzieht, sie für ungültig erklärt und sie auf diverse Art und Weise verschwinden lässt. Der Staat möchte diese Menschen dazu verleiten, die Türkei  illegal verlassen zu müssen. Dieser Weg forderte nun zum ersten Mal das Leben unschuldiger Zivilisten, das Leben von drei Kindern.

Nach dem gescheiterten Putschversuch hat die türkische Regierung eine Hexenjagd gegen die Anhänger der Gülen-Gruppe eingeleitet. Mehr als 128.000 Menschen wurden festgenommen und 58.000 wurden seit dem 15. Juli 2016 verhaftet. Zu den Inhaftierten gehören hunderte Frauen, Babys, alte Menschen, Journalisten, Akademiker, Studenten und Schriftsteller. Internationale Menschenrechtsorganisationen wir Amnesty International und Human Rights Watch bemängeln die Menschenrechtslage in der Türkei als fatal.

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