In der Türkei soll die byzantinische Geschichte in Zukunft besser erforscht werden. Hierzu wurde an der Koç Universität mit der Stavros Nikos Stiftung zum Jahresauftakt das „Forschungszentrum Zeitalter der Alten Antike und Byzanz“ GABAM gegründet („Geç Antik Çağ ve Bizans Araştırmaları Merkezi“).

„Das gegen Ende der Antike begonnene und während des Mittelalters anhaltende 11 Jahrhunderte alte Byzanz hat in dieser Region seine Zivilisation fortgesetzt und ist zu einem wichtigen Teil des kulturellen Erbes der modernen Türkei geworden“, lässt das Forschungszentrum mitteilen. Die Arbeit der Wissenschaftler sei wichtig um das Mittelalter in Anatolien näher kennenzulernen, herauszufinden, welchen Austausch es etwa mit den Seldschuken gab und auch das Osmanische Reich zu erforschen. „Die byzantische Zivilisation hat auch ihren Beitrag zur Entstehung der modernen europäischen Kultur geleistet“, heißt es von den Wissenschaftlern.

Das Zentrum ist in Istanbul ansässig und das hat auch gute Gründe. Das von Kaiser Konstantin I. 330 gegründete Konstantinopel war bis zu seiner Eroberung 1453 die Hauptstadt von Byzanz. In keinem Land sind mehr Überbleibsel dieser Ära zu finden, als in der Türkei. Die Türkei und besonders Istanbul seien deswegen der beste Ort um Forschungen über das byzantinische Reich zu betreiben.

In seiner Kolumne auf der Online-Nachrichtenplattform kommentiert der Journalist Murat Belge das erste türkische Foschungszentrum zur Geschichte Byzanz‘. Diese Forschung sei wichtig, denn das byzantinische Erbe sei überall in der Türkei sichtbar, wie etwa beim Backgammon oder in der klassischen türkischen Musik. In seiner Kolumne kritisiert Belge jedoch, dass sich das Land so viel Zeit gelassen hat, ein solches Forschungszentrum zu gründen.