Erstmals seit dem Kampfjet-Abschuss vor fast einem Jahr und der im Sommer erfolgten Aussöhnung mit der Regierung in Ankara ist der russische Staatspräsident Wladimir Putin zu einem Besuch in der Türkei eingetroffen. Putins Flugzeug landete am Montagmittag in Istanbul, wie auf Live-Fernsehbildern in türkischen Nachrichtensendern zu sehen war. Der Kremlchef nimmt in der Bosporus-Metropole am Weltenergiekongress teil, wo auch eine Ansprache von ihm auf dem Programm steht. Er kommt anschließend zu einem bilateralen Gespräch mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan zusammen. Nach dem Treffen ist keine Pressekonferenz geplant.

Unter anderem wird es bei dem Besuch um Wirtschaftsprojekte wie das Atomkraftwerk Akkuyu gehen, das Russland in der Türkei baut, sowie um die geplante Gas-Leitung Turkish Stream. Die russische Seite erwartete vor Putins Reise, dass das Pipeline-Megaprojekt durch das Schwarze Meer mit der Unterzeichnung eines Regierungsabkommens besiegelt werden dürfte.

Bei dem bilateralen Gespräch mit Erdoğan dürfte auch der Bürgerkrieg in Syrien eine Rolle spielen, bei dem Moskau und Ankara gegensätzliche Positionen vertreten. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, dessen Sturz Erdoğan fordert.