Dass es nicht schädlich, sondern in der Regel von großem Vorteil ist, mehrere Sprachen zu beherrschen, bekommen Kinder in der Schule von klein auf mit auf den Weg.

Ein Gymnasium in Essen musste jetzt feststellen, wie wichtig interkulturelle Kompetenz heutzutage ist. Was war passiert? Ein arabischstämmiger Schüler trug ein modisches T-Shirt. Das „Problem“: Die Schriftzeichen darauf waren arabisch. In großen Lettern war „Paris“ zu lesen. Die Übersetzung stand in lateinischer Schrift direkt darunter.

Doch weil offenbar niemand an der Schule Arabisch konnte, entstand der Verdacht, es könnte sich um eine Terror-Anspielung handeln. So berichtet es die WAZ. Zur Erinnerung: In Paris hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder terroristische Attacken gegeben.

Schüler per Lautsprecher bloßgestellt

Die Mutter ist empört. „Er hatte Sport und wurde danach plötzlich per Lautsprecher ausgerufen, darüber hat er sich sehr geschämt“, sagt sie über ihren Sohn, der von der Schulleitung aufgefordert wurde, das T-Shirt zu verdecken. Er sei schließlich nach Hause gegangen und habe ein anderes T-Shirt angezogen, um nicht mit der Jacke im Unterricht zu sitzen.

Der Schüler selbst berichtete unterdessen, dass ein deutscher Schüler das T-Shirt – nur in anderer Farbe – ebenfalls getragen habe und ihm nichts passiert sei. Offenbar misst die Schule also mit zweierlei Maß.

„Ein weiterer Vorfall an dieser Schule ist uns nicht bekannt“, erklärt dazu die Bezirksregierung Düsseldorf. Die Schulleitung wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern.