Tasim Logo und Projektkarte
Tasim Logo und Projektkarte

Der Transeurasische Informations-Superhighway (TASIM), mittels dessen ein transnationales fiberoptisches Rückgrat über die eurasische Landmasse gezogen werden soll, die Frankfurt am Main mit Hongkong verbindet, wird mindestens die Bedeutung aufweisen, die der Transanatolischen Erdgaspipeline (TANAP) zukommt. Dies betonte der aserbaidschanische Minister für Kommunikation und Informationstechnologien, Dr. Ali Abbasov.

„Wenn TASIM fertig ist, wird es so wichtig sein wie TANAP“, äußerte Abbasov gegenüber Hürriyet während seines Besuchs in Istanbul, wo er die Eröffnungszeremonie für das 18. Eurasische Wirtschaftsforum leitete, das von der Marmara Group Foundation organisiert wurde.

TASIM soll zu einer gigantischen neuen fiberoptischen Transitroute werden, die Frankfurt am Main und Hongkong verbinden soll. Sie soll durch China, Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei verlaufen. Auch eine Nordtrasse durch die Russische Föderation, die Ukraine und Polen wird erwogen.

Das TANAP-Projekt, dessen Grundsteinlegung am 17. März in der nordöstlichen Provinz Kars vonstatten gegangen war, soll wiederum aserbaidschanisches Gas aus dem Feld „Shah Deniz II“ im Kaspischen Meer, wo sich eines der weltgrößten Ölfelder befindet, zu westlichen Märkten transportieren.

Kommunikation wird nächster Schwerpunkt der Beziehungen zwischen Ankara und Baku

Abbasov sprach die bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Aserbaidschan an, die unter anderem die Kooperation mit dem türkischen Ministerium für Wissenschaft, Industrie und Technologie in Bereichen wie Wissenschaft, Technologie, Industrie und Unternehmertum umfasst und erklärte, man wolle künftig eine weitere Beziehungsebene zwischen beiden Ländern eröffnen, die auf Kommunikations- und Informationstechnologien beruhe.

„Heute versuchen Aserbaidschan und die Türkei, eine Beziehung abseits von Öl und Erdgas aufzubauen, und diese betrifft den Bereich der Kommunikation“, so Abbasov. Die beiden Staaten arbeiteten daran, ein Businessumfeld zu schaffen, das Geschäftsleute von Steuer- und Zollbelastungen befreit.

Abbasov zufolge gebe es ein gemeinsames Projekt beider Länder, um die jeweiligen Märkte den Geschäftsleuten und Unternehmern beider Länder zu öffnen und diesen so den Weg frei zu machen für deren weltweite Expansion durch Exporte.

„Stellen die Türkei und Aserbaidschan bereits nicht jetzt schon in Bereichen wie der Energie und dem Transportwesen eine Brücke zwischen Europa und Asien dar, wird dies künftig auf mit Blick auf Kommunikations- und Informationstechnologien der Fall sein“, erklärte der aserbaidschanische Minister.

TASIM soll in zwei Stufen umgesetzt werden

Angesichts der Tatsache, dass die Bedeutung der Türkei und Aserbaidschans in der Region stetig wächst und auch andere Länder an der Peripherie dazu bewegt, sich um diese Themen Gedanken zu machen, würdigte Abbasov auch die Marmara Group Foundation als einen der wichtigsten Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung Eurasiens.

Im Jahr 2008 hat Aserbaidschan die Deklaration von Baku ratifiziert, um TASIM in Angriff nehmen zu können. Dieses Projekt wurde 2009 im Rahmen der 64. Sitzung der UN-Generalversammlung bestätigt.

TASIM soll in zwei Stufen verwirklicht werden: Die erste beinhaltet die Schaffung größerer Transit- und Transport-Infrastruktur durch regionale Länder und Schlüsselakteure, um den Osten und den Westen miteinander zu verbinden. In der zweiten Stufe wird TASIM die errichtete Infrastruktur nutzen, um eurasische Länder, die keinen direkten Zugang zum Meer haben, darunter auch jene Zentralasiens, mit preisgünstigen Internetzugängen versorgen zu können.