Florent Malouda leistet beim 2:0-Sieg von Trabzonspor in Warschau per Kopf die Vorarbeit zum Endstand.

Rechnerisch ist Trabzonspor noch nicht durch, aber es müsste so ziemlich alles noch verkehrt laufen, damit der Schwarzmeerklub in der Gruppenphase der UEFA Europa League noch ausscheidet. Mit sechs Punkten Vorsprung auf den Drittplatzierten bei zwei verbleibenden Spielen ist der sechsfache türkische Meister bereits so gut wie durch. Trabzonspor siegte genauso wie im Hinspiel auch auswärts bei Legia Warschau mit 2:0 und behielt die Tabellenführung in der Gruppe J vor Lazio Rom. Die Italiener setzten sich zeitgleich im heimischen Stadio Olimpico mit 2:1 gegen Apollon Limassol, das auf dem dritten Platz rangiert, durch. Die Zyprer müssten sowohl in Trabzon mit mindestens zwei Toren Unterschied oder mit einem knappen Resultat ab 3:2 aufwärts gewinnen als auch im abschließenden Gruppenspiel gegen Legia Warschau siegen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Trabzonspor bei Lazio verliert, um den Gruppenersten noch aus dem laufenden Wettbewerb zu werfen.

Obwohl Trabzonspor in der Anfangsphase überlegen zu sein schien, spielten sich die Gäste keine klaren Torchancen heraus. Mitte der ersten Halbzeit nahm dann der polnische Meister das Heft in die Hand, konnte jedoch den aufmerksamen Onur Kıvrak im Tor der bislang im Wettbewerb ungeschlagenen Türken nicht überwinden. In der zweiten Hälfte sahen die Zuschauer in der Pepsi Arena einen offenen Schlagabtausch. Beide Mannschaften agierten nun zielstrebiger in Richtung des gegnerischen Gehäuses. Das sollte sich dann für die Gäste in der 71. Minute auszahlen, nachdem Dossa Junior das eigene Tor traf.

Trabzonspor kontert sich zum Sieg

Nun warfen die bislang tor – und punktlosen Polen alles nach vorne und fingen sich im Gegenzug das 0:2 per Konter ein: Gustavo Colman eroberte den Ball in der eigenen Hälfte und spielte Adrian Mierzejewski an, der das Auge für Florent Malouda auf dem rechten Flügel hatte. Dieser setzte sich gegen die Legia-Defensive durch und legte auf Olcan Adın ab, der sich am Elfmeterpunkt positioniert hatte und eiskalt abschloss (79.). Auch die restliche Spielzeit überstand Trabzon mit Bravour und reiste mit drei Punkten im Gepäck zurück ans Schwarze Meer, wo sie in drei Wochen im Hüseyin-Avni-Aker-Stadion auf Apollon Limassol treffen und sich sogar eine 0:1-Niederlage erlauben dürfen, um in die K.O.-Phase einzuziehen.

„Zu 80 Prozent weiter“

Trabzonspor-Trainer Mustafa Akçay war nach der Begegnung froh, das schwierige Auswärtsspiel in der polnischen Hauptstadt überstanden zu haben: „Wir waren uns darüber im Klaren, dass es ein schwieriges Spiel werden würde. Das hat uns der Gegner insbesondere in der ersten Halbzeit demonstriert. In der zweiten Hälfte haben wir dann das Spiel bestimmt und uns den Sieg verdient.“ Trotz der hervorragenden Ausgangslage trat der Coach jedoch auch auf die Stimmungsbremse. „Bei zwei ausstehenden Spielen scheint es, als würden uns diese 10 Punkte zu 80 Prozent zum Weiterkommen reichen. Aber diese zwei Partien sind noch nicht gespielt und der Fußball steckt voller Überraschungen. Daher werden wir die beiden Spiele vorsichtig und konzentriert angehen, um unser Ziel zu erreichen“, sagte Akçay nach dem Auftritt in Warschau.