Facebook, Du hast einen Missstand!

Anfang letzter Woche wurde mein Account durch Facebook gesperrt. Der Grund der Sperrung war, dass ich auf einer Facebookseite einen Beitrag veröffentlicht haben soll, der gegen die Facebook-Standards verstoße. Ich war verwundert, denn ich hatte diesen Beitrag nicht veröffentlicht, denn auf der Facebookseite sind mehrere Nutzer als Redakteure tätig. Abgesehen davon handelte es sich bei dem Beitrag um eine normale Berichterstattung, also ganz harmlos im Gegensatz zu Hasskommentaren auf Facebook, die trotz Meldungen nicht gelöscht werden.

Die Sperrung meines Accounts hat mir gezeigt, dass das Facebook-System ausgehebelt werden kann. Wie ich darauf komme, will ich im Folgenden erläutern:

Ein Beitrag, der angeblich gegen die Facebook-Standards verstößt, wäre hunderten Usern, die mir folgen, aufgefallen. Schließlich sind meine Follower, Liker, Freunde in meiner Liste wachsam und würden mir sagen: „Hey Resul, was postest Du denn da für ein Schwachsinn!“

Die Macher von Facebook haben wahrscheinlich ein Limit an Meldungen gesetzt, die dazu führen, einen Account, einen Kommentar oder einen Beitrag zu löschen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dahinter Menschen sitzen, die den Beitrag prüfen und willkürlich Accounts sperren. Wenn das so ist, müssten die Macher dieses Limit erhöhen oder sich etwas anderes überlegen, denn so kann das auf Dauer nicht funktionieren.

Da stecken also keine Mitarbeiter dahinter, die das überprüfen. Das erklärt aber auch etwas anderes:

Tatsächliche Hasskommentare/Posts, die ich etliche Male meldete, verstießen nicht gegen die Standards. Diese Lücke gefährdet alle authentischen Accounts auf Facebook. Organisierte Gruppen könen unschuldige, ihnen missliebige User melden und somit für eine willkürliche Sperrung des Accounts sorgen. Das Kuriose dabei ist, dass der User nicht weiß, wogegen er verstoßen hat. Er schaut sich verwundert den Beitrag an und versteht nicht, was daran so anstößig sein soll, während andere besorgniserregende Beiträge durch Facebook umherschwirren. Ich weiß gar nicht, welche ich da nennen soll: Videos, die zeigen, wie Frauen und Kinder misshandelt und geschlagen werden, aber auch andere, mit denen versucht wird, Rassismus salonfähig zu machen. Oder die ganzen Spamer, die ständig Freundschaftsanfragen schicken, um Werbung für irgendwelche Pornoseiten zu machen.

Auf meinem Account auf Twitter habe ich während meiner Sperrung versucht, auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Es meldete sich eine – ich vermute Dame – deren Mann bei Facebook angeblich genau solche Kommentare oder Posts bearbeite. Es steckten also doch Mitarbeiter dahinter.

Daraufhin schrieb ich ihr, dass ich froh darüber sei jemanden zu treffen, dem ich mein Anliegen nahe bringen kann. Ich fragte nach. Wenn also tatsächlich Mitarbeiter dahinter steckten, wie konnte es dann sein, dass man für eine nicht getätigte Handlung belangt wird mit einer Sperrung und obendrein es noch um einen harmlosen Beitrag geht, den es etliche Male auf etlichen Nachrichtenportalen gibt.

Auf eine Antwort warte ich seit mehreren Tagen…

Das sind finde ich die Lücken, um die sich Facebook kümmern müsste. Ich stelle eine Hausaufgabe an Facebook, die eventuell ein Herr Zuckerberg zu bewältigen hat, um diesen Missstand zu beheben. Ich bin auch nicht der einzige, der betroffen ist. Ich freue mich auf eure Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema. Gerne auch auf meinem Facebook-Profil.


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