Der für seine Kritik an sozialen Medien bekannte türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat Mark Zuckerberg über Facebook seinen Respekt gezollt. Er wisse die Solidaritätsadresse des Facebook-Gründers an Muslime „hoch zu schätzen“, heißt es auf Erdoğans Facebook-Seite.

Zuckerberg hatte geschrieben, er könne nur ahnen, welche Angst Muslime nach den Terrorangriffen von Paris davor haben müssten, für die Taten anderer verantwortlich gemacht zu werden. „Als Facebook-Chef will ich Euch wissen lassen, dass Ihr hier immer willkommen sein werdet.“

Erdoğan schrieb daraufhin: „Mörderische Netzwerke, die den Islam für ihre eigennützigen Ziele missbrauchen, ermorden jeden Tag Unschuldige, besonders Muslime.“ Er fügte hinzu: „Ein Terrorist kann kein Muslim sein. Ein Muslim kann kein Terrorist sein.“

Der Kleinkrieg der türkischen Regierung gegen soziale Medien ist mittlerweile berüchtigt. Im März vergangenen Jahres hatten die türkischen Behörden Twitter und YouTube gesperrt, nachdem dort Korruptionsvorwürfe gegen Personen aus dem Umfeld der Regierungspartei AKP verbreitet worden waren. Das Verfassungsgericht hob die Sperren später wieder auf.

Vor allem seit den Gezi-Protesten vom Sommer 2013 hat Erdoğan immer wieder durch Tiraden gegen soziale Medien auf sich aufmerksam gemacht. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte er beispielsweise – damals noch als Ministerpräsident – gesagt: „Wir können diese Nation nicht YouTube, Facebook oder ähnlichem opfern.“ Später hatte er gedroht: „Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen.“ (dpa/dtj)