Der Tod von Uğur Kurt löste Proteste aus. Allein in Istanbul gingen mehr als 10000 Menschen auf die Straße und gedachten dem Getöteten.

Der Tod eines Unbeteiligten am Rande einer Demonstration vor einer Woche in Istanbul löste in der Türkei große Bestürzung und Proteste aus. Allein in Istanbul kamen mehr als 10000 Menschen zusammen, um an das Opfer zu gedenken. Die Polizei hatte zwar bestätigt, dass Uğur Kurt als Unbeteiligter in einem Schusswechsel zwischen den Sicherheitskräften und linksextremen Demonstranten geraten war und vor einem Cemevi im Istanbuler Bezirk Okmeydanı in den Kopf geschossen wurde. Doch war bislang unklar, wer den tödlichen Schuss abgefeuert hatte. Die Tatsache, dass der getötete Uğur Kurt Alevit war und zum Todeszeitpunkt vor einem alevitischen Cemevi aufhielt, führte zudem zu Befürchtungen, dass es zu landesweiten Unruhen kommen könnte.

Nun bestätigte der türkische Innenminister, Efkan Ala, dass die Tatwaffe einem Polizeibeamten zugeordnet werden konnte. Insgesamt waren im Vorfeld 14 Waffen von Polizeibeamten beschlagnahmt und von einem Forensiker untersucht worden, hieß es im Untersuchungsbericht. Die Polizei verwendete am 22. Mai demnach scharfe Munition während des Einsatzes gegen militante Aktivisten in Okmeydani. Der Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu, bestätigte, dass Feuerwaffen während der Zusammenstöße verwendet wurden. Auch ein zweiter Zivilist, Ayhan Yilmaz, wurde dabei tödlich getroffen.

Die Staatsanwaltschaft Istanbul hat beim Gouverneur um Erlaubnis angefragt, im Zusammenhang mit dem Tod Uğur Kurts gegen den Verdächtigen eine Untersuchung einzuleiten, berichtet die Doğan News Agency.