Der türkische Botschafter von Ungarn und ein ungarisches Archäologen-Team haben in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass sie davon ausgehen, das als verschollen geltende Grab von Sultan Süleyman in Südungarn gefunden zu haben. Beim Fundort handelt es sich demnach um Szigetvár, dem Ort, an dem der wohl bedeutendste osmanische Sultan im Jahre 1566 seine letzte Schlacht schlug und im Alter von 72 Jahren verstarb.

Da zum Zeitpunkt seines Todes Szigetvár noch nicht eingenommen war, wurde sein Tod zunächst verheimlicht, sein Herz und seine Innereien allerdings an dem Ort, an dem er verstarb, begraben. Sie wurden aus seinem Körper entfernt, damit der Verwesungsprozess verlangsamt wird. Sein einbalsamierter Leichnam wurde nach der erfolgreichen Belagerung nach Istanbul überführt.

In historischen Quellen wird beschrieben, dass über dem Grab in Szigetvár ein Mausoleum errichtet, es nach der osmanischen Herrschaft in Ungarn allerdings stark beschädigt wurde und dessen Spuren mit der Zeit ganz verschwanden. Um die Stelle zu finden und rekonstruieren, wurde vor Jahren ein Forscherteam gebildet, das auch von der Türkei finanziert wurde. Die Idee war, in Archiven nach neuen Dokumenten zum Mausoleum zu suchen und mit Computersimulationen die Landschaft im 16. Jahrhundert zu rekonstruieren.In Ungarn wollen Forscher die Stelle gefunden haben, an dem 1566 die inneren Organe von Sultan Süleyman begraben wurden.

Forschungsleiter Norbert Pap von der Universität Pécs erklärte am Mittwoch, dass das Grab nun gefunden wurde. In der näheren Umgebung sollen die Forscher auch auf Überreste einer osmanischen Siedlung gestoßen sein.

Sultan Süleyman, im Türkischen mit dem Beinamen „Kanuni“ (der Gesetzgeber) versehen, war der 10. Osmanische Herrscher der Geschichte. Er war von 1520-1566 an der Macht, so lange wie kein anderer Sultan vor oder nach ihm. Seine Amtszeit gilt als die Hoch- und Blütezeit der osmanischen Geschichte.