106 Jahre Dauerrivalität, 380 Spiele (An)spannung pur: Das Derby zwischen Fenerbahçe und Galatasaray ist kein normales Fußballspiel. Es treffen die zwei größten Klubs der Türkei aufeinander. Das interkontinentale Derby elektrisiert nicht nur die Fans in der Türkei.

Als sei das nicht genug, hat Fenerbahçe-Präsident Aziz Yıldırım nun am Samstag mit einer Aussage die Stimmung im Vorfeld angeheizt. „Es gibt kein Inşallah, wir werden Galatasaray morgen besiegen. Niemand soll daran zweifeln“, sagte Yıldırım.

„Ihr werdet sehen, sie haben Angst wegen morgen, ihre Hände zittern“, legte der bei Teilen der Fener-Anhänger beliebte, aber den gegnerischen Fans verhasste Klubchef nach.

Galatasaray hat zuletzt vor 15 Jahren beim asiatischen Stadtnachbarn ein Spiel gewinnen können. Aber auch generell tut sich der türkische Rekordmeister gegen Fener schwer.

Fenerbahçe im ewigen Vergleich klar vorn

In den bisherigen Duellen gewannen die Gelb-Blauen 144 Mal, die Gelb-Roten hingegen nur 122 Mal. Besonders schmerzhaft für die Galatasaray-Anhänger war die 0:6-Niederlage am 6. November 2002, die im Zusammenhang mit dem Aufeinandertreffen immer wieder gerne hervorgekramt wird.

Doch ebenso blieb in Erinnerung, wie Galatasaray im Mai 2012 die Meisterschaft feierte und den Meisterpokal in die Höhe reckte – im Stadion von Fenerbahçe. Laut Yıldırım ein Tabubruch. „Das hätten sie nicht tun müssen. Es heißt, wir seien zwar ‚ewige Rivalen‘, aber auch ‚ewige Freunde‘. Das sind wir nicht. Spätestens seit dieser Aktion vor drei Jahren nicht.“

Wie kommen die Worte des Präsidenten im Galatasaray-Lager an? Offenbar motivierend. „Unsere Hände zittern? Wir haben dort die Meisterschaft gefeiert. Sie werden uns nicht verunsichern können“, sagten laut Habertürk die beiden Mittelfeldstars Wesley Sneijder und Selçuk İnan in einer Unterredung mit ihren Mitspielern.

Welche Wirkung sie wirklich haben, wird sich auf dem Platz zeigen. Fans, die sich das Spiel in Deutschland anschauen möchten, sollten beachten, dass der Anstoß nicht wie gewöhnlich um 18, sondern um 17 Uhr ist, da die Türkei noch nicht auf Winterzeit umgestellt hat. Der Zeitunterschied zwischen beiden Ländern beträgt also derzeit zwei Stunden.