Am heutigen ersten Fastentag beginnt in Mannheim das Orientfestival. Auf dem Neuen Messeplatz sind an 25 Tagen des diesjährigen Fastenmonats Veranstaltungen für Jung und Alt vorgesehen.

Die Organisatoren des Festivals sind die Brüder Ulvi und Abdurrahman Keskin. Gegenüber DTJ sagte Ulvi Keskin: „Unser Motto lautet ‚Treffen der Kulturen – Gemeinsam für einen guten Zweck‘. Wir laden alle ein, ob Fastende oder nicht, das Festival zu besuchen. Gästen werden Kostproben der anatolischen Küche gereicht. Auch traditionelle orientalische Kunst, Vergnügungs- und Einkaufsmöglichkeiten werden geboten.“ Fastende Muslime hätten die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Gästen den Fastentag mit einem Iftar ausklingen zu lassen.

Ramadan-Festivals als neues Phänomen

Das Orientfestival und ähnliche Veranstaltungen in anderen deutschen Städten sind ein neues Phänomen. Hier zeigt sich der kulturelle Beitrag der Deutschtürken. Oft sind es erfolgreiche deutschtürkische Unternehmen wie Keskin, die damit ihren Beitrag zum friedlichen Miteinander leisten wollen. Keskin betreibt mit seinem Bruder Abdurrahman das Unternehmen Reifen Keskin Europa GmbH.

Ein Bestandteil des Orientfestivals ist die deutschlandweit bekannte Berrak-Show. An vielen Themenzelten werden seltene Beispiele der türkischen Kultur geboten. Besucher zahlen den symbolischen Eintrittspreis von einem Euro.

Keskin: „Es gibt einiges nachzuholen“

Träger der Veranstaltung ist der Familienverein Keskin e.V. Sie soll laut Ulvi Keskin im kommenden Jahr zu einer Stiftung umgewandelt werden. Er nennt als Ziel, in diesem Jahr keine Verluste zu machen. In den kommenden Jahren sollen mit dem Ertrag, aber auch mit der geplanten Stiftung soziale Projekte in Deutschland und weltweit unterstützt werden.

Ulvi Keskin antwortet auf die Frage, welche konkreten Projekte die Stiftung fördern wird: „Wir werden Projekte für Waisenkinder und ältere alleinstehende Einwanderer durchführen. Vielleicht sind wir im Gegensatz zu der ersten Gastarbeiter-Generation aus der Türkei finanziell eigenständiger geworden und sind in vielerlei Hinsicht wohltätig. Dabei haben wir jedoch unsere Familien, vielleicht auch Eltern vernachlässigt und die einsamen älteren Menschen allein gelassen. Da gibt es einiges nachzuholen.“