In der Türkei bleiben die Preise für viele Lebensmitte weiterhin hoch. Nach dem Opferfest sind die Preise für Rindfleisch um weitere 11 kuruş (ca. 3,3 Cent) gestiegen. Demnach sind die Preise in diesem Bereich seit Jahresbeginn um 22, 5 Prozent gestiegen, teilte der Verband der türkischen Rindfleischproduzenten „Ulusal Kırmızı Et Konseyi“ mit.

Gleichzeitig aber sinken die Preise für Lebensmittel weltweit. Nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation FAO sind verglichen mit dem vergangenen Jahr die Preise für Fleisch an den Weltmärkten um rund 11 Prozent zurückgegangen. Hier scheint es Ungereimtheiten zu geben. „In der Türkei steigen die Preise für rotes Fleisch (Rind, Lamm etc., Anm. d. Red.) zu bestimmten Zeiten und sinken dann nicht mehr wieder. Im Gegenteil“, so der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Oppositionspartei CHP, Gökhan Günaydın.

Günaydın sieht den Grund für die hohen Fleischpreise bei den mangelhaften Rahmenbedingungen für Fleischproduzenten. Es gebe zu wenig Futterproduktion und Weideland. Futter wie Mais müssten aus dem Ausland für Dollar importiert werden. Der Wertverlust der Türkischen Lira gegenüber dem Dollar verschlimmere die Lage nur. Es fehle etwa an Anreizen für Großbauern. Auch juristisch gebe es Probleme für Fleischproduzenten. Zudem steige die Nachfrage schon allein wegen der zunehmenden Population.

Um den Bedarf an Fleisch zu decken, wird immer mehr aus dem Ausland importiert. 2014 wurden in den ersten acht Monaten Rind- und Lammfleisch für 81 Millionen Dollar eingeführt, in diesem Jahr liegt dieser Betrag schon bei 125,1 Millionen. Dennoch konnte das den Preisschub in der Türkei nicht stoppen.

Günaydın kritisiert, dass in seinem Land nur 1 Million Tonnen Fleisch produziert werde. Für ein 400 Gramm-Steak müsse man in einem Restaurant 100 TL (ca. 30 Euro) bezahlen. Nur wenige könnten sich das leisten. Viele würden daher Fleisch nur von Opferfest zu Opferfest essen.

Im Sommer hatte die Türkei die illegale Einfuhr von Fleisch verboten. Insbesondere Urlauber hatten versucht, eigenständig Fleisch ins Land einzuführen, um so etwa den Eigenbedarf zu decken.