Flüchtiger türkischer Linksterrorist befehligte Massaker von Banias

Das durch syrische Regierungstruppen verübte, groß angelegte Massaker in Banias, einer vorwiegend sunnitischen Stadt an der syrischen Mittelmeerküste, wurde von Mihraç Ural kommandiert, einem Linksterroristen, der aus der Türkei nach Syrien geflohen war und dort Asyl erhielt. Dies berichtete die Zeitung „Sabah“ am Dienstag.

Dem Report zufolge habe Ural, der bereits seit Jahrzehnten von türkischen Sicherheitsbehörden gesucht wird, in einer im Internet veröffentlichten Sendung über das Massaker gesprochen.

Ural wird mit den Worten zitiert: „Terroristen nützen diese Gegend, um aus dem Land zu fliehen. Die Stadt Jableh (im Norden von Banias), die von syrischen Kräften umstellt ist, kann kein Rückzugsort für die Verräter sein. Wir müssen Banias frühestmöglich von diesen Verrätern säubern.“ Er betonte auch, es wäre wichtig für die Regierungstruppen, den Küstenstreifen zu verteidigen.

Als ein Führer der Türkischen Volksbefreiungspartei/Front (THKP/C) und deren in mehrere Mordanschläge verwickelten Splittergruppe mit dem Namen „Die Eiligen“ („Acilciler“), die in den 70er-Jahren gegründet wurde, blieb Ural auch als Initiator antitürkischer Proteste in Hatay im letzten Jahr in Erinnerung. Er soll außerdem eine bewaffnete Gruppe namens „Widerstand“ in Syrien befehligt haben.

Eingebürgerter Importterrorist

Mit Blick auf das Massaker von Banias soll Ural, der unter Arabern auch als Ali Keyyari bekannt ist, auch betont haben, dass das Ziel die Befreiung Syriens von allen oppositionellen Kräften wäre. Ural war 1980 nach dem Militärputsch ins Nachbarland geflüchtet, er soll enge Kontakte zum syrischen Geheimdienst Mukhabarat haben, was ihm half, die syrische Staatsbürgerschaft zu erlangen.

Im Zuge des Massakers waren mindestens 62 Menschen, darunter 14 Kinder, in der Siedlung Ras al-Nabeh in Banias ermordet worden, so berichtet die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Organisation schloss weitere Opfer nicht aus, da noch Menschen vermisst werden. Die Lokalen syrischen Koordinationskomitees (LCCSyria), eine weitere Aktivistengruppe, sprach von 102 Getöteten.

Mit ihrem Vorgehen in Banias habe sich das syrische Regime nach Angaben der auf facebook aktiven, nach einem jugendlichen Folteropfer benannten Solidaritätsgruppe „We are all Hamza Alkhateeb“, mindestens 18 schwerwiegender Verletzungen der Charta des Internationalen Humanitären Völkerrechts schuldig gemacht.