Wenn über Innovationen gesprochen wird, so verbindet man damit in erster Linie technologische Neuerungen. Computer oder Smartphones, Elektroautos, moderne Produktionsanlagen, Server-Farmen, erneuerbare Energien und vieles mehr. Die Veränderung oder die Verbesserung, die mit den Innovationen einhergehen, erleben die Menschen in der Regel unmittelbar: Entweder in der erleichterten Bedienung eines technischen Geräts, im Zeitersparnis oder schlicht am Preis.

Dabei gibt es neben der technologischen Innovation noch eine andere Variante, die kaum beachtet, aber genauso von Bedeutung ist: soziale Innovationen. Damit ist gemeint, dass die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren (Beispiel: „simsen” und „twittern”), eine Beziehung eingehen (Regenbogen-Familien), eine Gemeinschaft organisieren (Einführung der Sozialsysteme), eine Ware produzieren (Mass-Customizing) und vieles mehr einer Neuerung unterworfen werden. 

Die Beispiele machen deutlich, dass technische und soziale Innovationen nicht nebeneinander oder unabhängig voneinander existieren. Sie stehen in einer engen Wechselbeziehung zueinander. Eine technologische Innovation kann eine soziale Innovation nach sich ziehen. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist das Internet, das als Basis-Technologie sämtliche Bereiche menschlichen Lebens durchdrungen hat. Die Art, wie Menschen Waren und Informationen konsumieren, hat sich grundlegend verändert. Dies gilt auch für die Pflege sozialer Beziehungen und die Kommunikation untereinander.

Soziale Innovationen können auch technologische inspirieren

Aber es geht auch umgekehrt: Eine soziale Innovation kann eine technologische Innovation hervorbringen. Ein gutes wie eindrucksvolles Beispiel dafür bildet die Partei der Grünen. Unabhängig davon, wie man parteipolitisch zu ihr steht, haben sie einst als neue soziale Bewegung wichtige Akzente für Umweltschutz, die Friedensbewegung und Frauenrechte gesetzt. Die Suche und das Streben nach einer Alternative zur Atomkraft hat dazu beigetragen, dass Technologien zur erneuerbaren Energie wie beispielsweise für die Solar- und Windenergie gefördert wurden,  entwickelt und zur Marktreife gebracht werden konnten.

Damit soziale Innovationen mehr Beachtung finden können, hat das futureorg Institut in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Journal das Online-Nachrichtenportal forgsight.com gegründet, dessen Zweck ist, eine Öffentlichkeit für soziale Innovationen aufzubauen sowie vielfältige Entwicklungen und Fallbeispiele dazu vorzustellen.

Menschen sind Urheber und Adressaten zugleich

Kamuran Sezer, Leiter des futureorg Instituts, ergänzt in diesem Zusammenhang: „Soziale Innovationen machen eine Gesellschaft in jeder Hinsicht bunter, weil Menschen Urheber und zugleich Adressaten sozialer Innovation sind. Ob Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, Multikulturalisierung, neue Lebensstile – sie sind das Ergebnis oder der Beginn einer sozialen Innovation. Daher haben wir sehr viel Wert darauf gelegt, diese Vielfalt an Menschen in einer eigenen Rubrik vorzustellen.”

Zu den ersten beiden Personen, die auf forgsight.com vorgestellt wurden, gehören der Schriftsteller Martin Hyun und der Aktivist Serkan Deniz.

Das Projekt ist im Rahmen des Projekts TransVer Offensive – Transkulturelle Vernetzung” entstanden und wird vom XENOS-Programm „Integration und Vielfalt” durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert. 

Link zum Online-Nachrichtenportal: www.forgsight.com

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