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Weil Hauptkunde Lufthansa schwächelte, hat sich der Frankfurter Flughafen ersten Billigfliegern geöffnet. Doch nun ist auch der Kranich wieder im Aufwind, und die Terminals platzen aus allen Nähten.

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„Nun..sie kaufen langsam Büros in der Türkei und so weiter.. Sie werden schwächer.. In diesem Sinne meine ich das..“

Dieser seltsame Dialog verlief zwischen dem CNN Türk-Moderator und Prof. Burhan Kuzu, einem Politiker der Erdogan-nahen AKP. Kuzu glaubt, dass Deutschland die Investitionen der Türkei beneide und selbst wirtschaftlich immer schwächer werde. Deshalb habe Deutschland u.a. die Gezi-Proteste organisiert und stecke hinter dem Korruptionsskandal vom 17.-25. Dezember. Selbst viele Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan halten das für eine Verschwörungstheorie. Doch Kuzu ist fest von seiner These überzeugt.

Wie sieht die Lage am Frankfurter Flughafen aber tatsächlich aus? 

Neue Billigflüge und ein starkes Wachstum des Hauptkunden Lufthansa haben dem Frankfurter Flughafen im vergangenen Jahr einen neuen Passagierrekord beschert. Das Wachstum fiel mit 6,1 Prozent auf 64,5 Millionen Fluggäste so stark aus wie seit 2011 nicht mehr. Vorstandschef Stefan Schulte mahnte am Montag angesichts des Zuspruchs, den Ausbau des größten deutschen Flughafens wie geplant durchzuziehen. Ein neuer Flugsteig für Billigflieger soll 2021 stehen und das dritte Terminal im Jahr 2023 eröffnen.

Ein Jahr zuvor hatte der MDax-Konzern noch einen Rückgang der Passagierzahlen in Frankfurt verzeichnet und darauf mit einer stärkeren Ausrichtung auf Billigflieger wie Ryanair reagiert. Die Iren traten 2017 erstmals am Heimat-Drehkreuz der Lufthansa an, zudem nahmen weitere Billigflieger wie WOW oder Wizz die hessische Großstadt ins Programm.


 

Der Dialog zwischen dem CNN-Moderator und dem AKP-Prof. Burhan Kuzu


Frankfurter Flughafen: Prognosen übertroffen

Fraport-Chef Schulte hatte seine ursprüngliche Passagier-Prognose für 2017 im Sommer zwar deutlich angehoben. Allerdings hatte er offiziell auch zuletzt lediglich ein Plus von gut 5 Prozent angepeilt. Nun legte das Aufkommen jedoch allein im Dezember um 7,3 Prozent zu. Für 2018 hatte Schulte bislang die Marke von 67 Millionen Passagieren und damit ein Wachstum von unter 5 Prozent angepeilt.

Auch an den Auslandsflughäfen des Konzerns ging es deutlich aufwärts – besonders an den zuvor gebeutelten Standorten in der Türkei und Russland. Am Flughafen Antalya an der Türkischen Riviera wuchs die Zahl der Fluggäste 2017 um 38,5 Prozent auf 26,3 Millionen. Im Vorjahr hatten Terroranschläge und der Putschversuch in der Türkei dem Airport einen herben Passagierrückgang und rote Zahlen eingebrockt. Jetzt profitierte der Flughafen von Gästen aus Russland, da die Regierung in Moskau Sanktionen gegen die Türkei aufgehoben hat. Am Fraport-Flughafen im russischen St. Petersburg legte die Zahl der Fluggäste um 21,6 Prozent auf 16,1 Millionen zu.

FraPort an 24 Airports weltweit beteiligt

Erstmals flossen im vergangenen Jahr 14 griechische Regionalflughäfen in die Fraport-Zahlen ein. Für jeden einzelnen der Airports berichtete Fraport von mehr Passagieren, insgesamt legten die Zahlen um 10,3 Prozent zu. Die prozentual stärksten Zuwächse gab es an den Flughäfen auf der Insel Kos und im nordgriechischen Kavala. Auch an den größten Airports Thessaloniki mit 6,4 Millionen und Rhodos mit 5,3 Millionen Fluggästen ging es merklich aufwärts. Fraport hatte die Flughäfen im April vom griechischen Staat übernommen.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber ist weltweit an 24 Airports beteiligt, darunter das Südamerika-Drehkreuz in Lima (Peru), Xi’an in China und der Flughafen der slowenischen Hauptstadt Ljubljana.

Auch im Frachtgeschäft ging es bei den Frankfurtern 2017 wieder aufwärts. Insgesamt wuchs das Cargo-Aufkommen an Fraports Heimatflughafen um 3,8 Prozent auf knapp 2,2 Millionen Tonnen Fracht und Luftpost. Im Dezember gingen die Cargo-Mengen hingegen um 5,1 Prozent zurück.

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