Das muslimische Kopftuch schafft es immer wieder in die Schlagzeilen, an ihm scheiden sich die Geister. Diesmal ist wieder Frankreich betroffen. Während Politiker trotz Religionsfreiheit das Kopftuch kritisiert haben, fanden sich wieder andere, die zugunsten dieses Kleidungsstücks Farbe bekennen. In den sozialen Medien hat sich eine regelrechte Kampagne entwickelt, bei der sich viele nicht-muslimische Franzosen mit dem Kopftuch solidarisieren.

Begonnen hatte der Streit bei den westlichen Nachbarn, als bekannte Kleidungsmarken auch Mode für kopftuchtragende Frauen entwarfen. Der Premierminister Manuel Valls kritisierte das Projekt mit den Worten, das Kopftuch sei kein Modestück und diene dazu, die Frauen zu versklaven. Die Ministerin für die Frauenrechte, Laurence Rossginol, verglich kopftuchtragende Frauen mit Schwarzen in der Geschichte, die sich für den Erhalt der Sklaverei ausgesprochen hatten. Diese Kritik blieb jedoch nicht unwidersprochen.

Der Journalist Nadir Dendoune rief eine Kampagne mit dem Slogan „Für einen Tag sind wir alle Kopftuchtragende“ (tousvoiles) ins Leben, die innerhalb sehr kurzer Zeit tausende Unterstützer mobilisierte. Dendoune rief dazu auf – unabhängig davon ob Frau oder Mann – Fotos mit Kopftuch an die Adresse tousvoiles@gmail.com zu schicken oder auf Twitter mit dem Hashtag #tousvoiles zu posten. Auch eine entsprechende Seite auf Facebook wurde eingerichtet.